Hackerbrücke: Stahlbögen über den Gleisen
Why is it significant?
Stell dich ans Geländer in der Mitte der Brücke und schau nach Osten: Unter dir fächern sich Dutzende Gleise auf, Züge gleiten heran und verschwinden in der großen Halle des Hauptbahnhofs, und dahinter stehen die Türme der Frauenkirche am Horizont.
Key Facts
| Place | Hackerbrücke: Stahlbögen über den Gleisen |
|---|---|
| Address | Hackerbrücke, 80335 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.14200, 11.54850 |
| Part of Walk | Wiesn, Bavaria und Westend: Münchens Festwiese und das alte Arbeiterviertel |
| Generated | Generated |
Stell dich ans Geländer in der Mitte der Brücke und schau nach Osten: Unter dir fächern sich Dutzende Gleise auf, Züge gleiten heran und verschwinden in der großen Halle des Hauptbahnhofs, und dahinter stehen die Türme der Frauenkirche am Horizont. Um dich herum spannen sich genietete Stahlbögen, flach und elegant, wie die Rippen eines riesigen Tieres.
Die Hackerbrücke wurde in den 1890er-Jahren gebaut, als die Eisenbahn das Westend und die Innenstadt wie eine eiserne Mauer trennte. Ihren Namen hat sie vom Hackerbräu, einer der alten Münchner Brauereien, die heute im Namen Hacker-Pschorr weiterlebt. Vorher mussten Fuhrwerke und Fußgänger große Umwege um das wachsende Gleisfeld machen. Ihre Konstruktion aus genietetem Stahl war damals hochmodern, und heute steht sie unter Denkmalschutz, einer der schönsten Ingenieurbauten der Stadt.
Während des Oktoberfests verwandelt sich die Gegend in ein Nadelöhr. Der S-Bahnhof Hackerbrücke liegt nur wenige Minuten von der Theresienwiese entfernt, und Hunderttausende steigen hier in den Wiesnwochen aus und ein, in Dirndl und Lederhosen, auf dem Hinweg fröhlich, auf dem Rückweg... sagen wir, fröhlicher. Daneben liegt seit 2009 der Zentrale Omnibusbahnhof, von dem Fernbusse in halb Europa starten.
An Sommerabenden passiert hier etwas, das in keinem Reiseführer steht: Junge Leute setzen sich auf die flachen Bögen, mit einer Flasche Bier, und schauen zu, wie die Sonne hinter den Gleisen untergeht und die Türme der Altstadt rot färbt. Ganz ungefährlich ist das nicht, aber die Münchner lieben diesen Ort trotzdem.
Und damit endet unser Spaziergang: Du hast eine Hochzeitswiese gesehen, die zum größten Volksfest der Welt wurde, einen Ort des Terrors und des späten Erinnerns, eine Riesin aus Bronze, alte Messehallen, ein Arbeiterviertel und die älteste Brauerei der Stadt. All das liegt nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt, und doch kennen es viele Besucher nur für zwei Wochen im Jahr. Jetzt kennst du es besser. Servus... und pfiat di.