Augustiner-Bräu an der Landsberger Straße
Why is it significant?
Vor dir zieht sich eine lange Fassade aus Backstein und Putz die Landsberger Straße entlang, mit Toren und langen Fensterreihen. Lastwagen fahren ein und aus, und es riecht, wenn gerade gebraut wird, nach warmem Malz, ein bisschen wie frisches Brot.
Key Facts
| Place | Augustiner-Bräu an der Landsberger Straße |
|---|---|
| Address | Landsberger Straße 31, 80339 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13890, 11.54390 |
| Part of Walk | Wiesn, Bavaria und Westend: Münchens Festwiese und das alte Arbeiterviertel |
| Generated | Generated |
Vor dir zieht sich eine lange Fassade aus Backstein und Putz die Landsberger Straße entlang, mit Toren und langen Fensterreihen. Lastwagen fahren ein und aus, und es riecht, wenn gerade gebraut wird, nach warmem Malz, ein bisschen wie frisches Brot.
Hier braut Augustiner, und das ist in München mehr als eine Biermarke, das ist fast eine Weltanschauung. Die Geschichte beginnt 1328, als Augustinermönche in der Altstadt ein Kloster mit Brauerei betrieben. Damit ist Augustiner die älteste noch bestehende Brauerei der Stadt, und das Stammhaus in der Neuhauser Straße, mitten in der Fußgängerzone, erinnert bis heute an diese Anfänge in der Altstadt. Als das Kloster bei der Säkularisation aufgelöst wurde, ging die Brauerei in weltliche Hände über, und in den 1880er-Jahren zog die Produktion hierher an die Landsberger Straße, wo Platz war und die Eisenbahn gleich nebenan.
Das Besondere an Augustiner ist, was die Brauerei alles nicht tut. Sie macht kaum Werbung, gehört keinem internationalen Konzern und ist doch in ganz München und weit darüber hinaus Kult. Die Mehrheit gehört seit den 1990er-Jahren einer gemeinnützigen Stiftung, die auf das Testament einer Erbin der Brauerfamilie zurückgeht, und die Erträge fließen zu einem guten Teil in soziale und kulturelle Zwecke. Wer in München ein Augustiner öffnet, trinkt also ein bisschen für den guten Zweck.
Und auf der Wiesn halten die Augustiner an einer alten Tradition fest: In ihrem Festzelt wird das Bier aus Holzfässern ausgeschenkt, den sogenannten Hirschen, die man im Zelt aufbaut. Viele Münchner schwören, dass es genau deshalb besser schmeckt, und das Zelt gilt als eines der Lieblingszelte der Einheimischen. Ob das stimmt, lässt sich wissenschaftlich schwer beweisen... aber versuchen kann man es ja.
Diese Fassade ist also nicht nur ein Industriebau, sondern ein Stück lebendiger Stadtgeschichte, vom Klosterkeller bis ins Westend. Für den letzten Blick des Spaziergangs geh die Landsberger Straße nach Osten bis zur großen stählernen Brücke über die Gleise, der Hackerbrücke.