Mahnmal für das Oktoberfest-Attentat 1980
Why is it significant?
Bleib hier am Rand des Haupteingangs stehen, wo die Menschen im Herbst in Strömen auf die Wiesn drängen, und schau auf das Mahnmal und die Tafeln daneben. Den Rest des Jahres gehen die meisten einfach daran vorbei. Genau deshalb lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben. Am Abend des 26.
Key Facts
| Place | Mahnmal für das Oktoberfest-Attentat 1980 |
|---|---|
| Address | Bavariaring, 80336 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13580, 11.55010 |
| Part of Walk | Wiesn, Bavaria und Westend: Münchens Festwiese und das alte Arbeiterviertel |
| Generated | Generated |
Bleib hier am Rand des Haupteingangs stehen, wo die Menschen im Herbst in Strömen auf die Wiesn drängen, und schau auf das Mahnmal und die Tafeln daneben. Den Rest des Jahres gehen die meisten einfach daran vorbei. Genau deshalb lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben.
Am Abend des 26. September 1980, kurz nach zehn Uhr, explodierte hier in einem Papierkorb eine Bombe. Es war ein Freitag, die Wiesn war voll, Familien waren auf dem Heimweg. Dreizehn Menschen starben, unter ihnen der Attentäter selbst, mehr als zweihundert wurden verletzt, viele von ihnen schwer und für ihr ganzes Leben. Unter den Toten waren Kinder, Jugendliche, Eltern, Besucher aus anderen Städten, Menschen, die einfach einen schönen Abend auf dem Volksfest verbringen wollten. Es ist einer der schwersten Terroranschläge in der Geschichte der Bundesrepublik.
Der Täter war ein junger Mann, der Verbindungen zur rechtsextremen Szene hatte, unter anderem zur damals aktiven Wehrsportgruppe Hoffmann. Trotzdem legten die Ermittler den Fall Anfang der 1980er-Jahre als Tat eines verzweifelten Einzelnen zu den Akten. Wichtige Spuren wurden nie verfolgt, Beweisstücke später sogar vernichtet, und viele Fragen sind bis heute offen. Überlebende, Angehörige, ein beharrlicher Journalist und ihre Anwälte gaben jahrzehntelang nicht auf. 2014 wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen, und 2020 kam die Bundesanwaltschaft zu dem Schluss: Es war ein rechtsextremistisch motivierter Anschlag.
Zum vierzigsten Jahrestag wurde das Mahnmal um einen Dokumentationsort erweitert. Dort stehen die Namen der Toten und die Geschichten von Menschen, die überlebt haben und mit den Folgen weiterleben mussten. Nimm dir einen Moment für sie. Diese Stelle erinnert daran, dass Gedenken manchmal auch heißt, unbequeme Wahrheiten erst nach Jahrzehnten aussprechen zu können.
Wenige Schritte weiter beginnt die Festwiese, und es ist ein merkwürdiges Gefühl, vom Ernst dieses Ortes direkt in die Welt der Bierzelte zu treten. Aber genau so ist München: Beides gehört zu dieser Wiese. Geh jetzt durch den Eingang auf die Wirtsbudenstraße, die breite Hauptachse der Wiesn, ein paar Schritte nach Süden.