Siegestor: Zum Frieden mahnend
Why is it significant?
Stell dich auf die Südseite des großen Bogens, mit dem Rücken zur Ludwigstraße, und lies die Inschrift oben auf dem Gebälk. Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend. Neun Wörter, und in ihnen steckt die ganze Geschichte, die wir heute abgehen.
Key Facts
| Place | Siegestor: Zum Frieden mahnend |
|---|---|
| Address | Siegestor, Ludwigstraße, 80539 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.15240, 11.58210 |
| Part of Walk | München 1933–1945: NS-Zeit, Widerstand und die Weiße Rose |
| Generated | Generated |
Stell dich auf die Südseite des großen Bogens, mit dem Rücken zur Ludwigstraße, und lies die Inschrift oben auf dem Gebälk. Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend. Neun Wörter, und in ihnen steckt die ganze Geschichte, die wir heute abgehen.
Das Siegestor entstand von 1843 bis 1852 nach Plänen von Friedrich von Gärtner, nach dem Vorbild des Konstantinsbogens in Rom. König Ludwig I. widmete es dem bayerischen Heer, und oben lenkt die Bavaria ein Gespann aus vier Löwen. Es markierte das Ende seiner Prachtstraße: Im Süden die Feldherrnhalle, im Norden dieses Tor, dazwischen Universität, Kirche und Bibliothek. Hier hörte die Stadt damals einfach auf, dahinter begannen Felder und das Dorf Schwabing. Für viele Münchner ist das Tor bis heute eine gefühlte Grenze: südlich die Stadt der Könige, nördlich Schwabing, die Stadt der Künstler und Studenten.
Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben das Tor schwer, die Quadriga stürzte, Teile der Südseite wurden zerstört. Nach 1945 hätte man es abreißen oder originalgetreu wieder aufbauen können. München entschied sich für einen dritten Weg: Die Nordseite wurde restauriert, die Südseite blieb schlicht, mit glatten Flächen, wo einmal Reliefs waren. Die neue Inschrift formulierte der Schriftsteller Wilhelm Hausenstein, und erst 1972 kehrte die Quadriga zurück.
Schau ruhig ein paar Sekunden auf die leeren Felder. Ein Denkmal, das seine eigene Beschädigung zeigt, ist ehrlicher als eines, das so tut, als sei nichts passiert. Und genau darum geht es auf diesem Spaziergang: um Orte, an denen man noch sieht, was geschehen ist, und um Orte, an denen man genau hinschauen muss, weil man es nicht mehr sieht.
München trug von 1935 an offiziell den Titel Hauptstadt der Bewegung. Hier wurde die NSDAP groß, hier stand ihre Parteizentrale, hier marschierte Hitler 1923 beim Putschversuch. Aber hier lebten auch die Studenten, die sich ihm widersetzten. Geh nun ein kurzes Stück die Ludwigstraße hinunter, auf der rechten Seite, bis zum Platz mit dem runden Brunnen vor der Universität.