Geschwister-Scholl-Platz und DenkStätte Weiße Rose
Why is it significant?
Bevor du hineingehst, schau nach unten aufs Pflaster vor dem Hauptgebäude der Universität. Zwischen den Steinen liegen Flugblätter, verstreut, als hätte sie eben jemand fallen lassen. Sie sind nicht aus Papier, sondern fest ins Pflaster eingelassen, ein Denkmal, über das man fast stolpert.
Key Facts
| Place | Geschwister-Scholl-Platz und DenkStätte Weiße Rose |
|---|---|
| Address | Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.15090, 11.57980 |
| Part of Walk | München 1933–1945: NS-Zeit, Widerstand und die Weiße Rose |
| Generated | Generated |
Bevor du hineingehst, schau nach unten aufs Pflaster vor dem Hauptgebäude der Universität. Zwischen den Steinen liegen Flugblätter, verstreut, als hätte sie eben jemand fallen lassen. Sie sind nicht aus Papier, sondern fest ins Pflaster eingelassen, ein Denkmal, über das man fast stolpert. Man kann sogar einzelne Sätze darauf lesen, wenn man sich bückt... und genau das ist die Geste, die dieses Denkmal von dir verlangt.
Am Vormittag des 18. Februar 1943 kamen Hans und Sophie Scholl mit einem Koffer voller Flugblätter in dieses Gebäude. Hans studierte Medizin und war vierundzwanzig, seine Schwester Sophie studierte Biologie und Philosophie und war einundzwanzig. Während die Vorlesungen liefen, legten sie die Blätter in Stapeln vor die Hörsäle, auf Treppen und Fensterbänke. Es war das sechste Flugblatt der Weißen Rose, geschrieben kurz nach der Niederlage von Stalingrad.
Ein Rest blieb übrig. Oben an der Brüstung des Lichthofs stießen sie die letzten Blätter hinunter, und sie segelten in die große Halle. Der Hausmeister Jakob Schmid sah das, hielt die beiden fest und rief die Gestapo. Wenige Stunden später war die Weiße Rose aufgeflogen, und bald auch Christoph Probst, dessen Flugblattentwurf Hans in der Tasche trug.
Die Weiße Rose war ein kleiner Kreis: Studenten wie Alexander Schmorell, Willi Graf und Christoph Probst, die Geschwister Scholl, ihr Professor Kurt Huber und Freunde in anderen Städten. Sie schrieben, vervielfältigten und verschickten insgesamt sechs Flugblätter, zuerst an Akademiker und Buchhändler, dann in immer größeren Auflagen. Sie wussten genau, was auf dem Spiel stand. Im Lichthof erinnert heute die DenkStätte Weiße Rose an sie, mit Dokumenten, Briefen, Fotos und den Flugblättern selbst.
Der Platz vor dir heißt seit 1946 Geschwister-Scholl-Platz. Es lohnt sich, einmal hinein in den Lichthof zu gehen und hinaufzuschauen, zur Brüstung. Von dort sind es nur ein paar Meter Luft... und es war eine Entscheidung über Leben und Tod. Wenn du wieder draußen bist, überquere die Ludwigstraße zum zweiten runden Brunnen auf der anderen Seite.