Pinakothek der Moderne

Why is it significant?

Vor dir steht eine kühle, helle Front aus Sichtbeton, schlanke Stützen und hohe Glasflächen, ganz ohne Säulenkapitelle oder Giebel. Nach Klenzes Tempeln wirkt das fast nackt. Aber genau so ist es gemeint: Hier endet unser Spaziergang durch zweieinhalb Jahrtausende Kunst in der Gegenwart.

Key Facts

PlacePinakothek der Moderne
AddressBarer Straße 40, 80333 München, Germany
Geo Coordinates48.14720, 11.57220
Part of WalkIsar-Athen: Königsplatz, Pinakotheken und das Kunstareal in München
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Vor dir steht eine kühle, helle Front aus Sichtbeton, schlanke Stützen und hohe Glasflächen, ganz ohne Säulenkapitelle oder Giebel. Nach Klenzes Tempeln wirkt das fast nackt. Aber genau so ist es gemeint: Hier endet unser Spaziergang durch zweieinhalb Jahrtausende Kunst in der Gegenwart.

Die Pinakothek der Moderne öffnete 2002, entworfen von Stephan Braunfels. Unter einem Dach wohnen vier Museen: die Sammlung Moderne Kunst, Die Neue Sammlung für Design, das Architekturmuseum der Technischen Universität und die Staatliche Graphische Sammlung. Im Zentrum liegt eine runde Halle unter einer gläsernen Kuppel, von der aus sich alle Wege verzweigen. Bezahlt hat den Bau nicht nur der Freistaat: Münchner Bürger und Unternehmen haben über eine Stiftung kräftig mitgeholfen.

Besonders die Designsammlung überrascht. Die Neue Sammlung wurde schon 1925 gegründet und gilt als eines der ältesten Designmuseen der Welt. Hier stehen Stühle, Lampen, Computer und sogar Autos wie Skulpturen auf dem Sockel, und plötzlich wird die Kaffeemaschine zur Kunst, an der du jeden Morgen vorbeiläufst.

Dass München so ein Haus für die Moderne hat, ist keine Selbstverständlichkeit. 1937 zeigten die Nationalsozialisten genau hier in München die Hetzschau Entartete Kunst, in der sie Werke von Kandinsky, Marc, Beckmann und vielen anderen verhöhnten. Über zwei Millionen Menschen sahen sie. Bilder wurden aus Museen beschlagnahmt, verkauft oder zerstört. Heute hängen Beckmann, Picasso und die Expressionisten wieder hier, in einem Museum, das ausdrücklich für sie gebaut wurde.

Denk zurück an den Anfang: ein Brunnen für sauberes Wasser, ein König, der Athen an die Isar holen wollte, eine Malerin, die Bilder im Keller versteckte, ein Architekt, der Wunden nicht verputzte. Das Kunstareal ist nicht nur eine Ansammlung von Museen... es ist die Geschichte, wie eine Stadt immer wieder entschieden hat, was ihr Kunst wert ist. Die Barer Straße führt dich zurück Richtung Altstadt, oder du gehst einfach hinein. Servus, und viel Freude beim Schauen.

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