Neue Pinakothek

Why is it significant?

Auf der anderen Seite der Theresienstraße erhebt sich ein Bau mit Rampen, Erkern und Natursteinwänden, ein bisschen wie eine Burg aus den Achtzigerjahren. Kein Klassizismus, keine Säulen... und trotzdem gehört er zu Ludwigs Vermächtnis.

Key Facts

PlaceNeue Pinakothek
AddressBarer Straße 29, 80799 München, Germany
Geo Coordinates48.14990, 11.57090
Part of WalkIsar-Athen: Königsplatz, Pinakotheken und das Kunstareal in München
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Auf der anderen Seite der Theresienstraße erhebt sich ein Bau mit Rampen, Erkern und Natursteinwänden, ein bisschen wie eine Burg aus den Achtzigerjahren. Kein Klassizismus, keine Säulen... und trotzdem gehört er zu Ludwigs Vermächtnis. Die Münchner haben sich an den Bau lange reiben müssen, inzwischen gehört er einfach dazu, wie der Föhn im Herbst.

Denn die Neue Pinakothek war eine Idee Ludwigs I. Während die Alte Pinakothek die Alten Meister zeigte, sollte dieses Haus die Kunst seines eigenen Jahrhunderts sammeln, und das war damals eine kleine Sensation: ein Museum für Zeitgenossen. Der erste Bau von August von Voit, demselben Architekten, der den Glaspalast entwarf, wurde 1853 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg zerbombt, wurde er abgetragen, und erst 1981 öffnete das heutige Gebäude von Alexander von Branca.

Die Sammlung reicht von der Romantik bis zum Jugendstil. Caspar David Friedrich, Carl Spitzweg, Manet, Monet, und eine Fassung von van Goghs Sonnenblumen gehören dazu. Viele der Franzosen kamen durch Hugo von Tschudi, einen Direktor, der um 1910 moderne französische Kunst kaufte, als das in Deutschland noch als Wagnis galt. Seine Erwerbungen wurden nach seinem Tod von Förderern bezahlt und als Tschudi-Spende bekannt. Ohne diesen Sturkopf hätte München heute deutlich weniger Impressionisten.

Seit 2019 ist die Neue Pinakothek geschlossen. Das Gebäude wird saniert, die Rampen sind leer, die Säle dunkel. Einige Hauptwerke sind in der Zwischenzeit in der Alten Pinakothek zu Gast... du bist also gerade an manchen von ihnen vorbeigegangen. Ein Museum, das schläft, ist trotzdem ein Museum: Die Sammlung ist da, sie wartet nur.

Und ein Bild aus dieser Sammlung passt geradezu perfekt zur Lage: Spitzwegs Armer Poet. Ein Dichter liegt in seiner Dachkammer im Bett, und über ihm hängt ein aufgespannter Regenschirm, weil es durch das Dach tropft. Ein Haus mit Baustelle, ein Bild über ein undichtes Dach... ein bisschen Münchner Humor muss erlaubt sein. Geh nun die Theresienstraße nach Osten, bis dich eine Fassade in dreiundzwanzig Farben anblinzelt.

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