Lenbachhaus und der Blaue Reiter

Why is it significant?

Vor dir liegt eine ockergelbe Villa, wie aus der Toskana hierher verpflanzt, mit Loggia, Brunnen und einem kleinen Garten. Daneben glänzt ein moderner Anbau, dessen Fassade aus goldfarbenen Metallstäben im Licht schimmert.

Key Facts

PlaceLenbachhaus und der Blaue Reiter
AddressLuisenstraße 33, 80333 München, Germany
Geo Coordinates48.14710, 11.56330
Part of WalkIsar-Athen: Königsplatz, Pinakotheken und das Kunstareal in München
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Vor dir liegt eine ockergelbe Villa, wie aus der Toskana hierher verpflanzt, mit Loggia, Brunnen und einem kleinen Garten. Daneben glänzt ein moderner Anbau, dessen Fassade aus goldfarbenen Metallstäben im Licht schimmert. Alt und neu, Sonnenuntergang und Blitzlicht... und drinnen hängt eine Revolution.

Gebaut wurde die Villa von 1887 bis 1891 von Gabriel von Seidl für Franz von Lenbach, den Malerfürsten. Lenbach malte die Mächtigen seiner Zeit, allen voran Bismarck, den er Dutzende Male porträtierte. Er war reich, gefeiert und konservativ, und von dem, was nach ihm kam, hätte er vermutlich wenig gehalten. 1924 verkaufte seine Witwe das Haus an die Stadt, und 1929 wurde es zur Städtischen Galerie.

Diese Revolution heißt Der Blaue Reiter. Um 1911 taten sich in München Wassily Kandinsky und Franz Marc zusammen, organisierten Ausstellungen und gaben 1912 einen Almanach heraus. Den Namen, so erzählte Kandinsky später, fanden sie am Kaffeetisch: Beide liebten Blau, Marc liebte Pferde, Kandinsky Reiter. Farbe sollte nicht mehr abbilden, sondern fühlen, und Kandinsky wagte als einer der Ersten Bilder ganz ohne Gegenstand.

Dass diese Bilder heute hier hängen, verdankt München einer einzigen Frau: Gabriele Münter. Sie war Malerin und jahrelang Kandinskys Lebensgefährtin. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging er zurück nach Russland und kam nie mehr zu ihr zurück. Münter behielt seine Werke, und in der Zeit des Nationalsozialismus, als diese Kunst als entartet galt, versteckte sie sie mit Freunden im Keller ihres Hauses in Murnau. Sie überstanden Diktatur und Krieg im Verborgenen, und kaum jemand ahnte, was in diesem unscheinbaren Keller in Oberbayern lagerte.

1957, zu ihrem 80. Geburtstag, schenkte Münter der Stadt Hunderte Werke, darunter Dutzende Gemälde Kandinskys und eigene Bilder. Über Nacht wurde das Lenbachhaus weltberühmt. Hier hängt auch Franz Marcs Blaues Pferd von 1911... Marc selbst fiel 1916 vor Verdun. Geh nun die Luisenstraße nach Norden, bieg rechts in die Gabelsbergerstraße und folge ihr, bis vor dir ein langer Bau aus Backstein auftaucht.

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