Königsplatz und Propyläen
Why is it significant?
Stell dich direkt unter das große Tor, zwischen die dorischen Säulen, und leg den Kopf in den Nacken. Links und rechts ragen zwei wuchtige Türme auf, fast ägyptisch, und oben in den Giebeln kämpfen und feiern steinerne Figuren. Das sind die Propyläen, das Eingangstor zu Ludwigs Isar-Athen.
Key Facts
| Place | Königsplatz und Propyläen |
|---|---|
| Address | Königsplatz, 80333 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.14600, 11.56430 |
| Part of Walk | Isar-Athen: Königsplatz, Pinakotheken und das Kunstareal in München |
| Generated | Generated |
Stell dich direkt unter das große Tor, zwischen die dorischen Säulen, und leg den Kopf in den Nacken. Links und rechts ragen zwei wuchtige Türme auf, fast ägyptisch, und oben in den Giebeln kämpfen und feiern steinerne Figuren. Das sind die Propyläen, das Eingangstor zu Ludwigs Isar-Athen.
Ludwig ließ sie von Leo von Klenze bauen, von 1854 bis 1862, und das Erstaunliche ist: Da war er gar nicht mehr König. 1848 hatte er nach der Affäre um die Tänzerin Lola Montez und nach Unruhen abgedankt. Das Tor bezahlte er aus eigener Tasche, als Privatmann mit einem sehr königlichen Hobby. Bauen konnte ihm keiner verbieten, auch kein Parlament... und Ludwig hat bis ins hohe Alter gebaut.
Gewidmet ist es dem griechischen Freiheitskampf gegen die Osmanen und Ludwigs Sohn Otto, der 1832 als Teenager zum König von Griechenland gemacht worden war. Die Reliefs zeigen Szenen aus dem Befreiungskrieg und Ottos Regierung. Und jetzt kommt die Pointe: 1862, im selben Jahr, in dem das Tor fertig wurde, stürzten die Griechen Otto, und er kehrte nach Bayern zurück. Ein Triumphtor für einen König, der gerade durch die Hintertür nach Hause kam.
Der Platz hinter dir hat auch eine dunkle Zeit erlebt. Im Mai 1933 brannten hier Bücher, und ab 1935 ließen die Nationalsozialisten die Wiese mit Granitplatten pflastern, als Aufmarschgelände für ihre Feiern. Die Münchner nannten den steinernen See spöttisch Plattensee, nach dem großen See in Ungarn. Ein griechisches Forum war zur Kulisse für Fackelzüge und Totenkult geworden. Nach dem Krieg parkten hier jahrzehntelang Autos, und erst 1988 kamen die Platten weg und das Gras zurück.
Heute liegt hier im Sommer halb München auf der Wiese, und bei Open-Air-Konzerten vor den Säulen fühlt sich der Platz endlich so an, wie Ludwig ihn gemeint hat: als Bühne. Dreh dich jetzt nach Nordwesten. Hinter dem Tor, an der Luisenstraße, leuchtet eine ockergelbe Villa mit Garten. Dort wartet der Blaue Reiter.