Plaza de la Villa: Der gefangene König von Frankreich
Why is it significant?
Dieser kleine Platz wirkt wie ein Bilderbuch der Madrider Geschichte: links ein Turm aus dem 15. Jahrhundert mit einem gotischen Portal, gegenüber das alte Rathaus mit seinen Türmchen, und in der Mitte ein Admiral in Bronze. Die Plaza de la Villa war über Jahrhunderte das Herz der Stadtverwaltung.
Key Facts
| Place | Plaza de la Villa: Der gefangene König von Frankreich |
|---|---|
| Address | Plaza de la Villa 5, 28005 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.41520, -3.71040 |
| Part of Walk | Das Madrid der Habsburger: Von der Puerta del Sol zum Königspalast |
| Generated | Generated |
Dieser kleine Platz wirkt wie ein Bilderbuch der Madrider Geschichte: links ein Turm aus dem 15. Jahrhundert mit einem gotischen Portal, gegenüber das alte Rathaus mit seinen Türmchen, und in der Mitte ein Admiral in Bronze.
Die Plaza de la Villa war über Jahrhunderte das Herz der Stadtverwaltung. Die Casa de la Villa, das Rathaus mit den spitzen Schieferhelmen, wurde im 17. Jahrhundert begonnen, wieder von Juan Gómez de Mora geplant. Daneben steht die Casa de Cisneros aus dem 16. Jahrhundert. Und der Admiral auf dem Sockel ist Álvaro de Bazán, einer der Helden der Seeschlacht von Lepanto 1571, ein Werk von Mariano Benlliure.
Der wahre Star ist aber der Turm, die Torre de los Lujanes. 1525 besiegten die Truppen Karls V. bei Pavia in Italien die Franzosen und nahmen ihren König Franz I. gefangen. Der wurde nach Madrid gebracht, und die Überlieferung sagt, er habe zuerst genau in diesem Turm gesessen. Historiker meinen, er habe die meiste Zeit im Alcázar verbracht, aber die Madrilenen erzählen die Turmgeschichte bis heute mit Vergnügen.
Man erzählt sich auch, Franz habe sich geweigert, sich vor Karl zu verbeugen, und so habe man die Tür seines Zimmers absichtlich niedrig gebaut... damit er sich bücken musste. Ob das stimmt, ist zweifelhaft. Sicher ist: Im Januar 1526 unterschrieb Franz hier in Madrid einen Friedensvertrag, verzichtete auf Burgund und ließ seine beiden Söhne als Geiseln zurück. Kaum zu Hause, erklärte er den Vertrag für ungültig.
Für Karl V. war das ein Triumph mitten in einem Leben voller Kriege, vom Rhein bis nach Tunis. Und für Madrid war es der erste große Auftritt auf der europäischen Bühne, noch bevor es Hauptstadt war. Geh nun weiter die Calle Mayor nach Westen, bis zur Calle de Bailén, und dann links hinunter zur Cuesta de la Vega. Dort zeigt sich das allererste Madrid. Der Weg ist kurz, aber er führt dich mehr als tausend Jahre zurück.