Casa Museo Lope de Vega: Das Haus des Monsters der Natur

Why is it significant?

Ein schlichtes Haus mit Holztür und vergitterten Fenstern in der Calle de Cervantes, nichts Auffälliges... bis du weißt, wer hier ein Vierteljahrhundert lang am Schreibtisch saß. Und ist dir an der Ecke eben die Gedenktafel aufgefallen?

Key Facts

PlaceCasa Museo Lope de Vega: Das Haus des Monsters der Natur
AddressCalle de Cervantes 11, 28014 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41440, -3.69740
Part of WalkLope, Cervantes und der Zerrspiegel: Madrids Literatenviertel rund um die Calle de las Huertas
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Ein schlichtes Haus mit Holztür und vergitterten Fenstern in der Calle de Cervantes, nichts Auffälliges... bis du weißt, wer hier ein Vierteljahrhundert lang am Schreibtisch saß. Und ist dir an der Ecke eben die Gedenktafel aufgefallen? Dort, an der Kreuzung mit der Calle del León, starb 1616 Miguel de Cervantes. Die beiden größten Schriftsteller Spaniens wohnten nur einen Steinwurf voneinander entfernt.

Und jetzt kommt die schönste Pointe der Madrider Straßennamen. Lope de Vega wohnte, wie du siehst, in der Calle de Cervantes. Cervantes dagegen liegt begraben in der Calle de Lope de Vega, nur eine Straße weiter. Im 19. Jahrhundert benannte die Stadt die Gassen nach den beiden um und gab dabei jedem die Straße des anderen. Dabei waren die zwei zu Lebzeiten Rivalen, die sich gegenseitig spitze Bemerkungen zuwarfen.

Lope war ein Phänomen. Er behauptete, weit über tausend Theaterstücke geschrieben zu haben, mehr als hundert davon angeblich in jeweils vierundzwanzig Stunden, und rund vierhundert sind tatsächlich erhalten. Cervantes nannte ihn, halb bewundernd, halb giftig, ein Monstrum der Natur. Lope war Soldat in der Armada, Liebhaber, Familienvater, Priester... 1614 ließ er sich weihen und verliebte sich wenig später in eine verheiratete Frau, Marta de Nevares.

Das Haus kaufte er 1610, und heute ist es als Museum so eingerichtet, wie es zu seiner Zeit ausgesehen haben könnte: das Arbeitszimmer, das kleine Hausoratorium, die Betten, die Stube der Familie. Hinten liegt ein winziger Garten mit Brunnen und Obstbäumen, den Lope über alles liebte und in seinen Briefen beschrieb. 1935, zum 300. Todestag, öffnete das Haus als Museum.

Lopes Tochter Marcela trat als junge Frau in das nahe Kloster der Trinitarierinnen ein, und es heißt, sein Trauerzug sei 1635 eigens an ihrem Kloster vorbeigeführt worden, damit sie den Vater ein letztes Mal sehen konnte. Zu diesem Kloster kommen wir noch. Vorher aber geh bergab zur Calle de Atocha, zu dem Haus, in dem der Don Quijote zum ersten Mal gedruckt wurde.

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