Convento de las Trinitarias: Das Grab des Miguel de Cervantes

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Vor dir erstreckt sich eine lange, ziemlich abweisende Ziegelmauer mit kleinen Fenstern, darüber die Kuppel einer Kirche. Kein Café, kein Souvenirladen, nur Stille. Und doch liegt hinter diesen Mauern, irgendwo, der Mann, der den Don Quijote geschrieben hat.

Key Facts

PlaceConvento de las Trinitarias: Das Grab des Miguel de Cervantes
AddressCalle de Lope de Vega 18, 28014 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41350, -3.69760
Part of WalkLope, Cervantes und der Zerrspiegel: Madrids Literatenviertel rund um die Calle de las Huertas
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Vor dir erstreckt sich eine lange, ziemlich abweisende Ziegelmauer mit kleinen Fenstern, darüber die Kuppel einer Kirche. Kein Café, kein Souvenirladen, nur Stille. Und doch liegt hinter diesen Mauern, irgendwo, der Mann, der den Don Quijote geschrieben hat.

Miguel de Cervantes starb im April 1616 in seinem Haus an der Ecke der Calle del León, wenige Schritte von hier, wo heute eine Tafel an ihn erinnert. Das Haus selbst wurde 1833 abgerissen, obwohl der Schriftsteller Ramón de Mesonero Romanos öffentlich dagegen protestierte. Ein paar Schritte weiter, im strengen Bau von Juan de Villanueva, sitzt heute die Real Academia de la Historia, die Hüterin des spanischen Gedächtnisses... eine Nachbarschaft, die Cervantes vermutlich amüsiert hätte.

Warum aber dieses Kloster? Weil Cervantes den Trinitariern seine Freiheit verdankte. 1575 hatten Korsaren ihn auf dem Heimweg vom Militärdienst gefangen genommen und nach Algier verschleppt. Fünf Jahre lang war er dort Gefangener, versuchte viermal zu fliehen, und erst 1580 kauften ihn Mönche des Trinitarierordens frei. Seine Erfahrungen in Algier kehren später in seinen Werken wieder, etwa in der Erzählung des Gefangenen im ersten Teil des Don Quijote. Er hat das nie vergessen und wollte bei ihren Schwestern begraben sein.

Bei Umbauten der Kirche gegen Ende des 17. Jahrhunderts gingen seine Gebeine verloren, vermischt mit anderen Toten in der Krypta. Jahrhundertelang wusste niemand, wo genau Cervantes lag. 2015 stieg ein Team von Forensikern mit Bodenradar in die Krypta hinab und fand Knochenreste, die sie Cervantes und seiner Frau Catalina zuordneten. Seitdem erinnert ein schlichtes Grabmal in der Kirche an ihn.

Hinter denselben Mauern lebte auch Lopes Tochter Marcela als Nonne, und bis heute wohnen hier Trinitarierinnen in Klausur. Die beiden großen Rivalen sind sich an diesem Ort also doch noch nahegekommen. Wenn du dich losreißen kannst, geh nach Westen zur Calle del León, an der Plaza de Antón Martín vorbei durch die Calle de la Magdalena, bis zu einem Platz voller Blumenstände.

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