Congreso de los Diputados: Die Löwen und der Dichter
Why is it significant?
Vor dir liegt ein klassizistischer Tempel mit Säulen und Giebel, und auf der Treppe davor ruhen zwei mächtige Löwen aus Bronze, die Pranken auf Kugeln gelegt. Das ist der Congreso de los Diputados, das spanische Parlament... und die beiden Löwen sind aus Kriegsbeute gemacht.
Key Facts
| Place | Congreso de los Diputados: Die Löwen und der Dichter |
|---|---|
| Address | Carrera de San Jerónimo s/n, 28014 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.41630, -3.69670 |
| Part of Walk | Lope, Cervantes und der Zerrspiegel: Madrids Literatenviertel rund um die Calle de las Huertas |
| Generated | Generated |
Vor dir liegt ein klassizistischer Tempel mit Säulen und Giebel, und auf der Treppe davor ruhen zwei mächtige Löwen aus Bronze, die Pranken auf Kugeln gelegt. Das ist der Congreso de los Diputados, das spanische Parlament... und die beiden Löwen sind aus Kriegsbeute gemacht.
Das Gebäude entstand zwischen 1843 und 1850 nach Plänen von Narciso Pascual y Colomer, an der Stelle eines alten Klosters. Die heutigen Löwen wurden 1865 gegossen, aus der Bronze von Kanonen, die im Krieg in Marokko erbeutet worden waren. Die Madrilenen nennen sie Daoíz und Velarde, nach zwei Offizieren, die beim Aufstand gegen Napoleons Truppen 1808 fielen. Wer hier über Gesetze streitet, geht also jeden Tag zwischen zwei Kanonen hindurch.
Am 23. Februar 1981 stürmte ein Oberstleutnant der Guardia Civil, Antonio Tejero, mit bewaffneten Männern den Plenarsaal, mitten in einer Abstimmung. Schüsse fielen in die Decke, die meisten Abgeordneten warfen sich hinter die Bänke, und eine Nacht lang hielt Spanien den Atem an. Eine Fernsehkamera im Saal lief einfach weiter, und so sah das ganze Land später die Bilder. Der Putschversuch scheiterte, die junge Demokratie hielt. Die Einschusslöcher in der Decke des Saals hat man bis heute nicht verputzt.
Jetzt dreh dich um zur kleinen Plaza de las Cortes. Dort steht auf einem hohen Sockel ein Mann in Bronze, mit Halskrause und Umhang: Miguel de Cervantes. Die Statue von Antonio Solá wurde 1835 aufgestellt und gilt als das älteste Denkmal, das Madrid seinem größten Schriftsteller gesetzt hat. Auf dem Sockel siehst du Reliefs mit Szenen aus dem Don Quijote, den Ritter, seinen Knappen und ihre Abenteuer.
Ein Parlament und ein Dichter, Auge in Auge... das passt, denn an diesem Platz beginnt das Viertel, in dem Cervantes seine letzten Jahre verbrachte. Du merkst es gleich: Die Straßen werden enger, die Häuser älter, mit schmiedeeisernen Balkonen und Hinterhöfen. Geh jetzt ein paar Häuser weit in die schmale Calle del Prado hinein, bis zu einer Tür, hinter der seit fast zweihundert Jahren über alles gestritten wird.