Museo Thyssen-Bornemisza: Eine Ruhr-Dynastie in Madrid

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Hinter dem Gittertor liegt ein kleiner Garten, und dahinter ein Palast in warmem, rötlichem Ton, der Palacio de Villahermosa. Von außen wirkt er fast bescheiden... drinnen hängt eine der bedeutendsten Privatsammlungen, die je ein Staat gekauft hat. Die Geschichte beginnt an der Ruhr.

Key Facts

PlaceMuseo Thyssen-Bornemisza: Eine Ruhr-Dynastie in Madrid
AddressPaseo del Prado 8, 28014 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41650, -3.69500
Part of WalkMadrids Kunstmeile: Von Guernica über den Prado bis zum Kristallpalast im Retiro
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Hinter dem Gittertor liegt ein kleiner Garten, und dahinter ein Palast in warmem, rötlichem Ton, der Palacio de Villahermosa. Von außen wirkt er fast bescheiden... drinnen hängt eine der bedeutendsten Privatsammlungen, die je ein Staat gekauft hat.

Die Geschichte beginnt an der Ruhr. August Thyssen baute im 19. Jahrhundert eines der großen Stahl- und Kohleimperien Deutschlands auf. Aus Hütten, Zechen und Walzwerken wuchs ein Vermögen, aus dem später einer der großen Kunstschätze Europas werden sollte. Sein Sohn Heinrich heiratete eine ungarische Adlige, wurde von deren Vater, einem Baron Bornemisza, adoptiert, und so entstand dieser Doppelname. In den 1920er-Jahren begann Heinrich, Alte Meister zu kaufen, in großem Stil, und brachte sie in seine Villa am Luganer See.

Sein Sohn Hans Heinrich führte die Sammlung weiter und öffnete sie für die Moderne: Impressionisten, amerikanische Malerei, und vor allem deutsche Expressionisten. Kirchner, Nolde, Franz Marc, Maler, die die Nationalsozialisten als entartet verfemt hatten, hängen hier in großer Zahl. Ausgerechnet in Madrid findest du also eine der schönsten Expressionismus-Sammlungen außerhalb Deutschlands.

Und dann kam die Liebe ins Spiel. 1985 heiratete der Baron Carmen Cervera, eine frühere Miss Spanien. Viele sagen, sie habe ihn überzeugt, seine Sammlung nach Spanien zu bringen, obwohl auch andere Länder um sie warben. 1992 öffnete das Museum hier, nach einem Umbau von Rafael Moneo, und 1993 kaufte der spanische Staat den Kern der Sammlung, mehr als siebenhundert Werke, für rund 350 Millionen Dollar. Das galt damals schon als Schnäppchen.

Carmen Cervera hat inzwischen ihre eigene Sammlung in einem Anbau hinzugefügt, und von Duccio bis Hopper kannst du hier in einem Nachmittag durch sieben Jahrhunderte gehen. Das Haus ist so gedacht, dass du oben bei den ältesten Bildern beginnst und dich Stockwerk für Stockwerk bis in die Gegenwart hinunterarbeitest. Wenn du wieder draußen bist, geh den Paseo del Prado nach Norden. Unterwegs plätschert der Apollobrunnen mit seinen vier Jahreszeiten, und an der großen Kreuzung wartet eine Göttin, die von zwei Löwen gezogen wird.

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