Edificio Telefónica: Der erste Wolkenkratzer Madrids
Why is it significant?
Leg den Kopf in den Nacken: Vor dir wächst ein Turm aus hellem Stein in Stufen nach oben, unten verziert mit Barockschnörkeln, oben glatt und streng wie ein amerikanischer Wolkenkratzer. So sah 1929 die Zukunft aus... und sie gehörte einer Telefongesellschaft.
Key Facts
| Place | Edificio Telefónica: Der erste Wolkenkratzer Madrids |
|---|---|
| Address | Gran Vía 28, 28013 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.42020, -3.70180 |
| Part of Walk | Siegesgöttin, Wolkenkratzer und die Kirche der Deutschen: Gran Vía & Malasaña in Madrid |
| Generated | Generated |
Leg den Kopf in den Nacken: Vor dir wächst ein Turm aus hellem Stein in Stufen nach oben, unten verziert mit Barockschnörkeln, oben glatt und streng wie ein amerikanischer Wolkenkratzer. So sah 1929 die Zukunft aus... und sie gehörte einer Telefongesellschaft.
Die junge Compañía Telefónica Nacional de España, gegründet 1924 und eng mit dem amerikanischen Konzern ITT verbunden, wollte ein Zeichen setzen. Die Pläne entstanden unter amerikanischem Einfluss, ausgeführt vom Madrider Architekten Ignacio de Cárdenas, der die moderne Stahlkonstruktion in spanischen Barock kleidete. Mit 89 Metern war das Haus das höchste Gebäude Madrids, bis 1953 das Edificio España es überholte.
Sieben Jahre nach der Eröffnung lag die Front des Bürgerkriegs nur wenige Kilometer entfernt, am Westrand der Stadt. Der Turm war der beste Aussichtspunkt Madrids und deshalb ein Ziel: Die Artillerie der aufständischen Truppen beschoss ihn immer wieder, und die Gran Vía bekam den bitteren Spitznamen Avenida de los Obuses, Allee der Granaten. Granatsplitter rissen Löcher in den Stein, Passanten hasteten geduckt über die Kreuzungen. Trotz vieler Treffer blieb das Stahlskelett stehen.
Im Inneren saß die Zensurstelle für die ausländische Presse. Von hier telefonierten Korrespondenten aus aller Welt ihre Berichte hinaus, darunter Ernest Hemingway. Einer der Zensoren war der Schriftsteller Arturo Barea, der später im Exil seine Erinnerungen an diese Monate schrieb, in der Trilogie La forja de un rebelde. Die Reportagen, die die Welt über das belagerte Madrid las, gingen fast alle durch dieses Haus.
Heute zeigt die Fundación Telefónica in den unteren Etagen Ausstellungen über Technik, Kunst und Kommunikation. Und wenn du an der Fassade nach oben schaust, such die kleinen Balkone und Steinornamente, die noch ganz nach Madrid aussehen, während der Rest schon nach Manhattan strebt. Verlass nun die Gran Vía nach Norden, durch die Calle de Valverde und die Calle de la Puebla, zu einer Kirche, die einmal den Deutschen geschenkt wurde.