Edificio Metrópolis: Die Siegesgöttin am Anfang der Gran Vía

Why is it significant?

Stell dich an die Ecke, an der die Calle de Alcalá und die Gran Vía auseinanderlaufen, und schau auf das weiße Gebäude, das sich wie ein Schiffsbug zwischen beide schiebt.

Key Facts

PlaceEdificio Metrópolis: Die Siegesgöttin am Anfang der Gran Vía
AddressCalle de Alcalá 39, 28014 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41880, -3.69740
Part of WalkSiegesgöttin, Wolkenkratzer und die Kirche der Deutschen: Gran Vía & Malasaña in Madrid
GeneratedGenerated

Open the walk

Stell dich an die Ecke, an der die Calle de Alcalá und die Gran Vía auseinanderlaufen, und schau auf das weiße Gebäude, das sich wie ein Schiffsbug zwischen beide schiebt. Oben auf der dunklen Kuppel, umrahmt von goldenen Ornamenten, balanciert eine bronzene Siegesgöttin mit ausgebreiteten Flügeln... das wohl berühmteste Postkartenmotiv Madrids.

Das Edificio Metrópolis wurde 1911 eingeweiht, gebaut für die Versicherungsgesellschaft La Unión y el Fénix, nach Plänen der französischen Architekten Jules und Raymond Février. Deshalb wirkt es ein bisschen wie ein Stück Paris, das sich nach Madrid verlaufen hat. Ursprünglich stand ganz oben keine Göttin, sondern ein Phönix, das Wappentier der Versicherung. Als das Haus in den Siebzigerjahren den Besitzer wechselte, zog der Vogel um, und 1977 kam die Victoria von Federico Coullaut-Valera.

Und jetzt dreh dich zur Gran Vía. Diese Straße ist jünger, als sie aussieht. Am 4. April 1910 schlug König Alfonso XIII. mit einer silbernen Spitzhacke symbolisch auf ein altes Haus, und damit begann der große Abriss. Mehr als dreihundert Häuser und ein ganzes Gewirr aus Gassen verschwanden, damit Madrid endlich seinen Boulevard bekam. Gebaut wurde in drei Abschnitten, über viele Jahre, und jeder Abschnitt zeigt den Stil seiner Zeit, vom Pariser Prunk bis zur Moderne.

Das Schönste daran: Die Madrilenen lachten schon über die Gran Vía, lange bevor es sie gab. 1886 kam eine Zarzuela heraus, eine Madrider Operette mit dem Titel La Gran Vía, die das ewig verschobene Projekt verspottete. Die Melodien wurden zu Gassenhauern... und als die Bagger endlich anrückten, kannte die halbe Stadt die Lieder über eine Straße, die es noch gar nicht gab.

Wirf noch einen Blick auf den schmalen Bau schräg gegenüber, mit seinem runden Türmchen an der Spitze. Das ist das Edificio Grassy, gut hundert Jahre alt und benannt nach dem Juwelier, der später dort einzog. Zusammen bilden die beiden das Eingangstor zu einer Straße, die Madrid ins zwanzigste Jahrhundert katapultieren sollte. Geh jetzt die Gran Vía hinauf, leicht bergan, bis zum ersten echten Hochhaus der Stadt.

Nearby stories