San Antonio de los Alemanes: Die Kirche, die eine Habsburgerin den Deutschen schenkte

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Von außen würdest du an diesem Backsteinbau einfach vorbeigehen: ein schlichtes Portal an der Corredera Baja de San Pablo, ein paar Fenster, ein kleiner Turm. Wenn die Tür offen steht, tritt ein... und halt kurz die Luft an. Innen gibt es kaum einen Fleck ohne Farbe.

Key Facts

PlaceSan Antonio de los Alemanes: Die Kirche, die eine Habsburgerin den Deutschen schenkte
AddressCorredera Baja de San Pablo 16, 28004 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.42240, -3.70370
Part of WalkSiegesgöttin, Wolkenkratzer und die Kirche der Deutschen: Gran Vía & Malasaña in Madrid
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Von außen würdest du an diesem Backsteinbau einfach vorbeigehen: ein schlichtes Portal an der Corredera Baja de San Pablo, ein paar Fenster, ein kleiner Turm. Wenn die Tür offen steht, tritt ein... und halt kurz die Luft an.

Innen gibt es kaum einen Fleck ohne Farbe. Der Raum ist ein Oval, und Wände wie Kuppel sind vollständig mit Fresken überzogen, gemalt von Francisco Rizi, Juan Carreño de Miranda und dem Neapolitaner Luca Giordano, den man wegen seines Tempos Luca fa presto nannte, Luca macht schnell. Ringsum an den Wänden stehen gemalte heilige Könige, als würde halb Europa auf die Messe warten, und oben in der Kuppel wird der heilige Antonius in den Himmel getragen.

Gegründet wurde die Kirche 1606 unter Philipp III. für die Portugiesen in Madrid, denn Portugal und Spanien hatten damals denselben König. Als Portugal sich 1640 wieder losriss, verlor die Kirche ihre Gemeinde. Und hier kommt Mariana von Österreich ins Spiel, die Witwe Philipps IV. und Regentin für ihren kleinen Sohn. 1668 übergab sie das Gotteshaus den Deutschen, den Untertanen des Heiligen Römischen Reiches in Madrid, ihren Landsleuten. Seitdem heißt es San Antonio de los Alemanes.

Seit 1702 kümmert sich eine Laienbruderschaft um die Kirche, die Hermandad del Refugio. Ihre Mitglieder zogen früher nachts mit Laternen durch die Gassen, um Kranke und Obdachlose aufzulesen und ihnen ein Bett zu verschaffen. Diese Arbeit hat nie ganz aufgehört: Bis heute versorgt die Bruderschaft Bedürftige mit Essen, gleich neben einem der prächtigsten Barockräume der Stadt.

Für dich als deutschsprachigen Gast ist das ein seltsam berührender Ort: eine Kirche, die nach den Deutschen benannt ist, aber von Portugiesen gegründet, von einem Italiener mitausgemalt und von Madrilenen am Leben gehalten wurde. Geh jetzt die Corredera Baja de San Pablo hinunter, zurück zur Gran Vía, und halte dich rechts bis zu dem Platz mit der großen Leuchtreklame.

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