Museo de Historia de Madrid: Riberas Prachtportal und Goyas wandelbares Bild

Why is it significant?

Halt an der Calle de Fuencarral an und schau auf dieses Portal: Stein, der zu tanzen scheint, Pfeiler, die sich wie Vorhänge öffnen, Girlanden, Muscheln, Flammen, und ganz oben in einer Nische der heilige Ferdinand.

Key Facts

PlaceMuseo de Historia de Madrid: Riberas Prachtportal und Goyas wandelbares Bild
AddressCalle de Fuencarral 78, 28004 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.42580, -3.70080
Part of WalkSiegesgöttin, Wolkenkratzer und die Kirche der Deutschen: Gran Vía & Malasaña in Madrid
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Halt an der Calle de Fuencarral an und schau auf dieses Portal: Stein, der zu tanzen scheint, Pfeiler, die sich wie Vorhänge öffnen, Girlanden, Muscheln, Flammen, und ganz oben in einer Nische der heilige Ferdinand. Das ist Spätbarock, wie ihn nur Madrid kennt... und seinen Schöpfer hast du heute schon getroffen.

Es ist wieder Pedro de Ribera, der Architekt der Kaserne Conde Duque. In den 1720er Jahren schuf er diese Fassade für das Real Hospicio de San Fernando, ein Armenhaus, in dem Waisen, Bettler und Arbeitslose untergebracht wurden und ein Handwerk lernen sollten. Ein prachtvoller Eingang ausgerechnet für die Ärmsten der Stadt, ein Widerspruch, der Madrid gut steht.

In den 1920er Jahren sollte das alte Hospiz abgerissen werden. Künstler und Intellektuelle protestierten, das Gebäude wurde gerettet und 1929 als städtisches Museum eröffnet. Im Garten daneben steht ein Brunnen, ebenfalls von Ribera, die Fuente de la Fama, die ursprünglich an einem anderen Platz der Stadt stand und hier eine neue Heimat fand.

Drinnen wartet ein Gemälde mit einer der verrücktesten Geschichten Madrids: Goyas Allegorie der Stadt Madrid von 1810. Eine Frauengestalt zeigt auf ein ovales Medaillon. Ursprünglich trug es das Porträt von Joseph Bonaparte, dem König, den Napoleon den Spaniern vorgesetzt hatte. Dann wurde es übermalt, mehrmals, je nach Machthaber: mit dem Wort Constitución, wieder mit Joseph, mit Ferdinand VII... und 1872 schließlich mit zwei Worten, Dos de Mayo. Ein Bild als Wetterbericht der spanischen Politik.

Und dann ist da noch das riesige Stadtmodell von León Gil de Palacio aus dem Jahr 1830, auf dem du die Straßen von heute wiederfindest, nur ohne Gran Vía, denn die gab es noch nicht. Ein schöner Schluss für diesen Spaziergang: Du hast den Boulevard gesehen und das Viertel dahinter, und hier liegt alles noch so da, wie es vor fast zweihundert Jahren aussah. Die Calle de Fuencarral führt dich von hier geradewegs zurück zur Gran Vía... und zu einem Kaffee, den du dir verdient hast.

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