Royal Albert Hall: Echo, Pilze und Wagner
Why is it significant?
Überquere die Straße und stell dich vor dieses gewaltige Oval aus rotem Backstein und Terrakotta, das aussieht wie ein römisches Amphitheater mit gläsernem Deckel.
Key Facts
| Place | Royal Albert Hall: Echo, Pilze und Wagner |
|---|---|
| Address | Royal Albert Hall, Kensington Gore, London SW7 2AP, United Kingdom |
| Geo Coordinates | 51.50110, -0.17750 |
| Part of Walk | Albertopolis: Prinz Alberts Traum von Wissenschaft und Kunst in London |
| Generated | Generated |
Überquere die Straße und stell dich vor dieses gewaltige Oval aus rotem Backstein und Terrakotta, das aussieht wie ein römisches Amphitheater mit gläsernem Deckel. Folge mit den Augen dem Band unter der Kuppel: Ein rund 240 Meter langes Mosaik zeigt den Triumph der Künste und Wissenschaften, und darüber läuft eine Inschrift in riesigen Buchstaben einmal um das ganze Haus.
Eigentlich sollte die Halle ganz nüchtern Central Hall of Arts and Sciences heißen. Doch als Victoria 1867 den Grundstein legte, verkündete sie überraschend einen neuen Namen: Royal Albert Hall. Bei der Eröffnung am 29. März 1871 war sie so bewegt, dass sie kein Wort herausbrachte, und so erklärte ihr Sohn, der Prince of Wales, die Halle für eröffnet.
Und dann kam der Schreck: das Echo. Schon bei der Eröffnung hallten Reden und Töne zurück, und bald machte der Spruch die Runde, die Halle sei der einzige Ort, an dem ein britischer Komponist sicher sein könne, sein Werk zweimal zu hören. Fast hundert Jahre lang kämpfte man dagegen an, bis man 1969 jene großen runden Schallschirme unter die Kuppel hängte, die alle nur die Pilze nennen.
Im Mai 1877 stand hier ein Deutscher am Pult, der dringend Geld brauchte: Richard Wagner. Die ersten Festspiele in Bayreuth hatten ein riesiges Defizit hinterlassen, also kam er nach London und dirigierte eine Reihe von Konzerten mit seiner Musik. Künstlerisch wurde es ein Ereignis, finanziell eher eine Enttäuschung. Heute ist die Halle die Heimat der Proms, eines der größten Festivals für klassische Musik der Welt, jeden Sommer seit 1941 hier.
Geh jetzt um die Halle herum auf ihre Rückseite. Auf einer breiten Treppe steht dort ein weiteres Denkmal für die Weltausstellung, und ganz oben, natürlich, noch einmal Albert. Diesmal stehend, aus dunkler Bronze, hoch über dem Viertel, das er erträumt hat. Steig die Stufen hinunter, bis du an der Prince Consort Road vor einem Backsteinschloss mit spitzen Türmchen stehst.