Queen's Tower & Imperial College: Hofmann und die Farbe Mauve

Why is it significant?

Leg den Kopf zurück: Vor dir steigt ein schlanker weißer Turm fast neunzig Meter in die Höhe, gekrönt von Kupferkuppeln, die längst grün geworden sind. Ringsum stehen nüchterne Hochschulbauten aus Glas und Beton, und der Turm wirkt zwischen ihnen wie ein Gast aus einem anderen Jahrhundert.

Key Facts

PlaceQueen's Tower & Imperial College: Hofmann und die Farbe Mauve
AddressImperial College London, Exhibition Road, London SW7 2AZ, United Kingdom
Geo Coordinates51.49830, -0.17680
Part of WalkAlbertopolis: Prinz Alberts Traum von Wissenschaft und Kunst in London
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Leg den Kopf zurück: Vor dir steigt ein schlanker weißer Turm fast neunzig Meter in die Höhe, gekrönt von Kupferkuppeln, die längst grün geworden sind. Ringsum stehen nüchterne Hochschulbauten aus Glas und Beton, und der Turm wirkt zwischen ihnen wie ein Gast aus einem anderen Jahrhundert. Genau das ist er auch.

Der Queen's Tower ist der letzte Rest des Imperial Institute, eines prächtigen Baus, der zum goldenen Thronjubiläum Victorias 1887 begonnen wurde. In den 1950er und 1960er Jahren riss man das Institut ab, um Platz für das wachsende Imperial College zu schaffen. Nur der Turm blieb, nach Protesten, an denen sich auch der Dichter John Betjeman beteiligte. In ihm hängen zehn Glocken, die bis heute an königlichen Jahrestagen läuten.

Nun zur Wissenschaft, und zu einem Deutschen, den Albert nach London holte. 1845 wurde das Royal College of Chemistry gegründet, eine der Wurzeln des heutigen Imperial College. Mit Alberts Unterstützung wurde ein junger Chemiker ihr Direktor, August Wilhelm Hofmann, ausgebildet in Gießen beim großen Justus von Liebig. Rund zwanzig Jahre lehrte er in London und machte die Chemie hier zu einer Wissenschaft des Experiments.

Einer seiner Studenten war ein Londoner Junge namens William Perkin. In den Osterferien 1856, mit achtzehn Jahren, versuchte er in einem behelfsmäßigen Labor zu Hause, aus Bestandteilen des Steinkohlenteers das Malariamittel Chinin herzustellen. Es misslang gründlich. Übrig blieb ein schwarzer Schmier... und darin eine leuchtend violette Farbe. Perkin hatte den ersten synthetischen Farbstoff entdeckt, das Mauvein, und plötzlich trugen die Damen von London und Paris Kleider in Mauve.

Die Ironie der Geschichte: Die Teerfarbenindustrie, die hier in London begann, wurde schon bald in Deutschland groß, bei Firmen wie BASF, Bayer und Hoechst, und Hofmann selbst kehrte 1865 nach Berlin zurück. Wissen wandert, damals wie heute. Imperial College zählt inzwischen zu den besten Hochschulen der Welt. Geh jetzt hinüber zur Exhibition Road, der Straße, die nach der Weltausstellung benannt ist, und dort nach rechts zum Eingang des Science Museum.

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