Albert Memorial: Der Prinz mit dem Katalog

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Da sitzt er, ganz in Gold, unter einem gotischen Baldachin, der über fünfzig Meter in den Himmel ragt: Prinz Albert, sitzend und trotzdem über vier Meter hoch, den Blick nach Süden gerichtet. Auf seinem Knie liegt ein Buch.

Key Facts

PlaceAlbert Memorial: Der Prinz mit dem Katalog
AddressAlbert Memorial, Kensington Gardens, London SW7 2AP, United Kingdom
Geo Coordinates51.50250, -0.17770
Part of WalkAlbertopolis: Prinz Alberts Traum von Wissenschaft und Kunst in London
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Da sitzt er, ganz in Gold, unter einem gotischen Baldachin, der über fünfzig Meter in den Himmel ragt: Prinz Albert, sitzend und trotzdem über vier Meter hoch, den Blick nach Süden gerichtet. Auf seinem Knie liegt ein Buch. Es ist kein Gebetbuch, sondern der Katalog der Weltausstellung von 1851... Victoria wollte ihn so zeigen: als den Mann, der die Welt nach London geholt hatte.

Albert starb am 14. Dezember 1861 auf Schloss Windsor, mit nur 42 Jahren, offiziell an Typhus. Victoria trug von da an bis zu ihrem eigenen Tod 1901 Schwarz, fast vierzig Jahre lang. Dieses Denkmal entwarf George Gilbert Scott, 1872 wurde es eröffnet, die vergoldete Statue kam erst einige Jahre später dazu. Rundherum sind 169 Künstler, Dichter, Architekten und Komponisten in Marmor gemeißelt, der sogenannte Fries des Parnass.

Such auf dem Fries die Musiker: Bach, Händel, Mozart, Beethoven... die Deutschen sind auffällig stark vertreten. An den äußeren Ecken stehen Figurengruppen für die vier Erdteile, weiter innen für Landwirtschaft, Handel, Industrie und Ingenieurskunst. Das ist Alberts Weltbild in Stein: Fortschritt durch Wissen, Fleiß und Austausch zwischen den Völkern.

Und jetzt die eigentliche Geschichte. 1851 stand östlich von hier im Hyde Park der Kristallpalast, ein Gebäude aus Eisen und rund dreihunderttausend Glasscheiben, über einen halben Kilometer lang und in wenigen Monaten errichtet. Mehr als sechs Millionen Besuche zählte die Weltausstellung zwischen Mai und Oktober. Aus Essen schickte Alfred Krupp einen Gussstahlblock von rund zwei Tonnen, über den die Ingenieure staunten. Und am Ende blieb ein Gewinn von rund 186.000 Pfund, ein Vermögen.

Albert wusste genau, was man damit macht: Land kaufen, hier im damals noch halb ländlichen South Kensington, und darauf ein ganzes Viertel für Wissenschaft, Kunst und Bildung bauen. Museen, Hochschulen, eine große Halle für Konzerte und Versammlungen. Spötter nannten es Albertopolis, und der Name blieb. Dreh dich um: Die erste Erfüllung dieses Traums siehst du schon, ein riesiges rundes Gebäude auf der anderen Straßenseite.

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