Science Museum: Lokomotiven, Apollo und Babbage

Why is it significant?

Du stehst an der Exhibition Road, einer Straße, die eigentlich ein Programm ist: Links und rechts reihen sich Museen und Institute, und Gehweg und Fahrbahn gehen fast nahtlos ineinander über, damit Fußgänger hier Vorrang haben.

Key Facts

PlaceScience Museum: Lokomotiven, Apollo und Babbage
AddressScience Museum, Exhibition Road, London SW7 2DD, United Kingdom
Geo Coordinates51.49740, -0.17470
Part of WalkAlbertopolis: Prinz Alberts Traum von Wissenschaft und Kunst in London
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Du stehst an der Exhibition Road, einer Straße, die eigentlich ein Programm ist: Links und rechts reihen sich Museen und Institute, und Gehweg und Fahrbahn gehen fast nahtlos ineinander über, damit Fußgänger hier Vorrang haben. Vor dir liegt der Eingang des Science Museum, eines der bedeutendsten Technikmuseen der Welt.

Seine Wurzeln reichen direkt zur Weltausstellung zurück. Mit dem Gewinn von 1851 entstand 1857 das South Kensington Museum, und viele seiner frühen Stücke waren Maschinen und Erfindungen, die die Welt im Kristallpalast bestaunt hatte. Erst 1909 trennten sich Kunst und Technik: Die Kunst blieb im heutigen Victoria and Albert Museum, die Wissenschaft bekam ihr eigenes Haus, das Science Museum.

Drinnen stehen Dinge, bei denen selbst Ingenieure ehrfürchtig werden. Puffing Billy, die älteste erhaltene Dampflokomotive der Welt, gebaut um 1814. Die komplette Werkstatt von James Watt, genau so, wie man sie nach seinem Tod 1819 auf seinem Dachboden fand, mit Werkzeugen und halbfertigen Modellen. Eine ganze Galerie erzählt, wie die Welt modern wurde, von der Dampfmaschine bis zum Mikrochip. Und mittendrin steht die Kommandokapsel von Apollo 10, die im Mai 1969 den Mond umkreiste, als Generalprobe für die erste Landung, mit den Brandspuren vom Wiedereintritt in die Atmosphäre.

Mein Lieblingsstück aber ist eine Maschine, die erst fast anderthalb Jahrhunderte nach ihrem Entwurf gebaut wurde. Charles Babbage, ein Londoner Mathematiker, zeichnete Ende der 1840er Jahre eine riesige mechanische Rechenmaschine, die Differenzmaschine Nummer zwei. Gebaut hat er sie nie, Geld und Geduld reichten nicht. 1991, zu seinem zweihundertsten Geburtstag, bauten Ingenieure des Museums sie nach seinen Originalplänen nach... und sie rechnete fehlerfrei. Rund achttausend Einzelteile, etwa fünf Tonnen schwer, gekurbelt von Hand. Babbage hatte recht gehabt.

Ein etwas schauriges Detail dazu: Babbages Gehirn ist bis heute erhalten. Eine Hälfte liegt im Hunterian Museum der Chirurgen, die andere wurde lange hier im Science Museum gezeigt. Der Mann hat der Wissenschaft wirklich alles gegeben. Geh jetzt die Exhibition Road nach Süden und dann rechts in die Cromwell Road, bis vor dir eine Kathedrale aus Terrakotta auftaucht.

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