Brompton Oratory: Rom in Knightsbridge

Why is it significant?

Plötzlich bist du in Rom. Vor dir erhebt sich eine helle Fassade mit Säulen und darüber eine mächtige Kuppel, ganz im italienischen Barock, mitten zwischen den Backsteinhäusern von Knightsbridge.

Key Facts

PlaceBrompton Oratory: Rom in Knightsbridge
AddressBrompton Oratory, Brompton Road, London SW7 2RP, United Kingdom
Geo Coordinates51.49710, -0.16960
Part of WalkAlbertopolis: Prinz Alberts Traum von Wissenschaft und Kunst in London
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Plötzlich bist du in Rom. Vor dir erhebt sich eine helle Fassade mit Säulen und darüber eine mächtige Kuppel, ganz im italienischen Barock, mitten zwischen den Backsteinhäusern von Knightsbridge. Das ist das Brompton Oratory, offiziell die Kirche des Unbefleckten Herzens Mariä, nach der Westminster Cathedral die zweitgrößte katholische Kirche Londons.

Gebaut wurde sie in den 1880er Jahren, 1884 geweiht, nach den Plänen eines jungen, kaum bekannten Architekten, Herbert Gribble, der den Wettbewerb gegen erfahrene Kollegen gewann. Bis zur Eröffnung der Westminster Cathedral 1903 war sie die größte katholische Kirche der Stadt. Die Gemeinde gehört zu den Oratorianern, einer Gemeinschaft, die im 16. Jahrhundert in Rom von Philipp Neri gegründet wurde. Nach England brachte sie John Henry Newman, ein Oxforder Gelehrter, der vom Anglikaner zum katholischen Kardinal wurde und heute als Heiliger verehrt wird.

Drinnen stehen die zwölf Apostel in weißem Marmor, überlebensgroß, und sie sind viel älter als die Kirche. Ein italienischer Bildhauer, Giuseppe Mazzuoli, meißelte sie im späten 17. Jahrhundert für den Dom von Siena. Als Siena sie loswerden wollte, kaufte die Londoner Gemeinde sie 1895. Ein Stück italienischer Barock auf Reisen, ganz im Geist dieses Viertels, in dem man die Schätze der Welt sammelte.

Und dann gibt es die Geschichte, die man hier lieber leise erzählt. Im Kalten Krieg soll der sowjetische Geheimdienst die Kirche als toten Briefkasten benutzt haben: Nahe dem Eingang, so heißt es, versteckten Agenten Nachrichten für ihre Kontaktleute. Ob jeder, der hier ein Kreuz schlug, wirklich betete... das weiß nur der Himmel.

Bemerkenswert ist die Nachbarschaft: Ein paar hundert Meter von hier erzählt ein Museum die Geschichte der Evolution, und in dieser Kirche werden bis heute Messen auf Latein gefeiert. Albertopolis hatte Platz für beides, für das Fragen und für das Glauben. Folge nun der Brompton Road weiter nach Nordosten, an Läden und Cafés vorbei, bis rechts ein riesiges Kaufhaus mit rotbrauner Terrakottafassade auftaucht.

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