John Keats bei Guy's Hospital: Der Dichter in der Brückennische

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Im stillen Innenhof des Guy's Hospital, mitten zwischen Klinikgebäuden, steht eine steinerne Nische mit gewölbtem Dach, und darin sitzt ein junger Mann aus Bronze, das Kinn in die Hand gestützt, den Blick irgendwo über den Dächern.

Key Facts

PlaceJohn Keats bei Guy's Hospital: Der Dichter in der Brückennische
AddressGuy's Hospital, Great Maze Pond, London SE1 9RT, United Kingdom
Geo Coordinates51.50380, -0.08740
Part of WalkShakespeares Ufer: Bankside, Globe und Tate Modern in London
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Im stillen Innenhof des Guy's Hospital, mitten zwischen Klinikgebäuden, steht eine steinerne Nische mit gewölbtem Dach, und darin sitzt ein junger Mann aus Bronze, das Kinn in die Hand gestützt, den Blick irgendwo über den Dächern. Das ist John Keats, einer der größten Dichter der englischen Romantik. Und er sitzt in einem Stück der alten London Bridge.

Die Nische war einst eine der Schutzbuchten auf der alten Brücke, in die Fußgänger vor Karren und Kutschen flüchteten. Als die Brücke 1831 abgerissen wurde, kamen einige dieser Alkoven an verschiedene Orte der Stadt, einer davon hierher. Erst 2007 bekam er seinen Bewohner: Keats, der hier ganz in der Nähe Medizin studierte.

Keats war kein verträumter Lord, sondern der Sohn eines Mietstallbetreibers, früh verwaist und ohne Geld. Im Oktober 1815 schrieb er sich mit neunzehn Jahren am Guy's Hospital ein. Er sah Operationen ohne Narkose, verband Wunden als Gehilfe der Chirurgen und bestand 1816 die Prüfung als Apotheker... und hängte dann die Medizin an den Nagel, um nur noch zu dichten. Sein Vormund, der Teehändler Richard Abbey, hielt das für blanken Wahnsinn.

Noch als Student, im Herbst 1816, las er mit einem Freund eine ganze Nacht lang Homer in der alten Übersetzung von George Chapman. Als der Freund am nächsten Morgen aufwachte, lag auf seinem Frühstückstisch schon ein Sonett darüber, das bis heute zu den berühmtesten der englischen Sprache gehört. Drei Jahre später entstanden die großen Oden, an eine Nachtigall, an eine griechische Urne, Gedichte über Schönheit und Vergänglichkeit.

Lange blieb ihm nicht. Er pflegte seinen Bruder Tom, der an Tuberkulose starb, und als er selbst Blut hustete, erkannte er als Mediziner sofort, was es bedeutete. 1821 starb er in Rom, mit fünfundzwanzig Jahren. Auf seinem Grabstein steht, sein Name sei in Wasser geschrieben... und doch liest man ihn bis heute. Geh zurück durch die St Thomas Street zur Borough High Street. Gegenüber, ein Stück nach links, führt ein Torbogen in einen Hof mit hölzernen Galerien.

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