The George & The Tabard: Wo Chaucers Pilger aufbrachen
Why is it significant?
Tritt durch den Torbogen von der Borough High Street in den gepflasterten Hof und schau an der langen, schwarz-weißen Fassade hinauf: hölzerne Galerien übereinander, kleine Sprossenfenster, schiefe Dielen.
Key Facts
| Place | The George & The Tabard: Wo Chaucers Pilger aufbrachen |
|---|---|
| Address | 75-77 Borough High Street, London SE1 1NH, United Kingdom |
| Geo Coordinates | 51.50420, -0.09000 |
| Part of Walk | Shakespeares Ufer: Bankside, Globe und Tate Modern in London |
| Generated | Generated |
Tritt durch den Torbogen von der Borough High Street in den gepflasterten Hof und schau an der langen, schwarz-weißen Fassade hinauf: hölzerne Galerien übereinander, kleine Sprossenfenster, schiefe Dielen. The George ist das letzte erhaltene Gasthaus mit Galerien in London, ein Überlebender aus der Zeit der Postkutschen.
Southwark war jahrhundertelang das Tor nach London für alle, die aus dem Süden kamen, aus Kent, aus Canterbury, aus Dover und vom Kontinent. Wer abends ankam, wenn die London Bridge geschlossen war, übernachtete hier, und so reihte sich an dieser Straße ein Gasthof an den nächsten. Das heutige George wurde 1677 neu gebaut, nach einem großen Brand in Southwark im Jahr zuvor. Seit 1937 gehört es dem National Trust, und Charles Dickens erwähnt es in seinem Roman Klein Dorrit.
Nur ein paar Schritte südlich, in der Hofeinfahrt Talbot Yard, stand das Gasthaus Tabard. Dort lässt Geoffrey Chaucer gegen Ende des 14. Jahrhunderts seine Canterbury-Erzählungen beginnen. An einem Apriltag kehrt eine bunt gemischte Gesellschaft ein, unterwegs zum Grab des heiligen Thomas Becket: ein Ritter, ein Müller, eine Priorin, ein Ablasshändler und die lebenslustige Frau aus Bath, die schon fünf Ehemänner hinter sich hat.
Der Wirt, Harry Bailly, schlägt einen Wettbewerb vor: Jeder soll unterwegs Geschichten erzählen, und wer die beste erzählt, bekommt bei der Rückkehr ein Abendessen auf Kosten aller anderen. Das Schöne: Einen Gastwirt namens Henry Bailly gab es in Southwark wirklich, er taucht in Urkunden jener Zeit auf. Chaucer hat also einen echten Nachbarn in die Weltliteratur geschrieben. Und er schrieb nicht auf Latein oder Französisch, sondern im Englisch der Londoner Straßen, deshalb nennt man ihn den Vater der englischen Literatur.
Das Tabard selbst überlebte Jahrhunderte, wurde später in Talbot umbenannt und 1873 abgerissen; nur eine Tafel erinnert daran. Schau beim Weitergehen in die Einfahrt hinein. Folg dann der Borough High Street nach Süden, bis rechts die Kirche St George the Martyr mit ihrem hellen Turm auftaucht. Dort beginnt eine ganz andere Geschichte, die eines zwölfjährigen Jungen namens Charles Dickens.