Largo do Intendente & die Kachelfassade der Viúva Lamego
Why is it significant?
Stell dich in die Mitte des Platzes und dreh dich langsam einmal um dich selbst, bis dein Blick an einem Haus hängen bleibt, das ganz mit Kacheln bekleidet ist.
Key Facts
| Place | Largo do Intendente & die Kachelfassade der Viúva Lamego |
|---|---|
| Address | Largo do Intendente Pina Manique, 1100 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.72080, -9.13490 |
| Part of Walk | Wo der Fado geboren wurde: Mouraria, Graça und die Stimmen Lissabons |
| Generated | Generated |
Stell dich in die Mitte des Platzes und dreh dich langsam einmal um dich selbst, bis dein Blick an einem Haus hängen bleibt, das ganz mit Kacheln bekleidet ist. Zwischen den Fenstern stehen Figuren in blauen und gelben Farbtönen, exotische Gestalten, Ranken, fast wie ein Bühnenbild, das jemand an die Hauswand geklebt hat.
Das ist das alte Haus der Fabrik Viúva Lamego, der Witwe Lamego. Die Manufaktur wurde 1849 gegründet und brannte Ziegel, Töpferwaren und vor allem Azulejos, die bemalten Fliesen, ohne die Lissabon nicht Lissabon wäre. Die Fassade war Werbeplakat und Musterkatalog zugleich: Wer hier vorbeikam, sah sofort, was die Werkstatt konnte. Stell dir eine Zeit ohne Prospekte vor... die Hauswand war das Schaufenster. Die Firma gibt es übrigens bis heute, nur längst nicht mehr an diesem Platz.
Der Platz selbst trägt den Namen von Diogo Inácio de Pina Manique, dem gefürchteten Polizeiintendanten unter Königin Maria I. im späten 18. Jahrhundert. Er ließ Straßen beleuchten, jagte Freidenker und gründete 1780 die Casa Pia, ein Heim für verwaiste Kinder. Ein Mann der Ordnung also. Ausgerechnet sein Platz wurde im 20. Jahrhundert zu einer der verrufensten Ecken der Stadt, mit Drogenhandel, Straßenstrich und Häusern, aus denen die Menschen wegzogen.
Dann geschah etwas Ungewöhnliches. 2011 verlegte der damalige Bürgermeister António Costa sein Amtszimmer demonstrativ hierher, an den Largo do Intendente. Plätze wurden saniert, Ateliers und Musiklokale zogen ein, und abends spielt heute oft jemand Gitarre auf den Bänken. Neben jungen Familien sitzen dort alte Nachbarn, die den Platz noch aus seinen schlimmsten Jahren kennen. Ob das eine Rettung ist oder der Anfang der Verdrängung, darüber streiten die Nachbarn bis heute... beides ist ein bisschen wahr.
Merk dir diesen Platz als Tor. Hinter dir liegt das neue Lissabon der breiten Avenidas, vor dir beginnt die Mouraria, das Viertel, in dem der Fado laut Überlieferung seine ersten Lieder sang. Geh jetzt die Rua do Benformoso hinunter, eine der ältesten Straßen des Viertels, voller Gewürzläden und Sprachen aus halb Asien, bis sich der Blick auf einen langen, offenen Platz öffnet.