Jardim da Estrela

Why is it significant?

Kaum hast du das Tor passiert, öffnet sich ein Park, der eher nach London oder Paris aussieht als nach Südeuropa: geschwungene Wege, Rasen, ein Teich mit Enten, und überall Bäume aus fernen Ländern. Kinder kreischen auf dem Spielplatz, und auf den Bänken lesen Großväter die Zeitung.

Key Facts

PlaceJardim da Estrela
AddressPraça da Estrela, 1200 Lisboa, Portugal
Geo Coordinates38.71470, -9.15910
Part of WalkGrünes Lissabon: Wasser, Gärten und Bäume von Amoreiras bis Estrela
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Kaum hast du das Tor passiert, öffnet sich ein Park, der eher nach London oder Paris aussieht als nach Südeuropa: geschwungene Wege, Rasen, ein Teich mit Enten, und überall Bäume aus fernen Ländern. Kinder kreischen auf dem Spielplatz, und auf den Bänken lesen Großväter die Zeitung. Hier lernen Lissabonner Kinder seit Generationen Fahrradfahren.

Der Jardim da Estrela wurde 1852 eröffnet, in der Zeit der Romantik, als die Bürger Lissabons Gärten nicht mehr als Nutzflächen sahen, sondern als Orte zum Flanieren. Offiziell heißt er Jardim Guerra Junqueiro, nach einem Dichter, der mit scharfer Feder gegen Kirche und Monarchie schrieb. Ausgerechnet gegenüber der Basilika einer frommen Königin... Lissabon hat Sinn für Ironie. Die Idee eines öffentlichen Parks für alle Stände war damals in Lissabon noch neu.

Geh in die Mitte des Parks zum eisernen Musikpavillon mit seinen grünen Säulen und dem verzierten Dach. Er stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und stand ursprünglich im Passeio Público, dem eleganten Promenadengarten, der für die Avenida da Liberdade weichen musste. Man hat ihn abgebaut und hier wieder aufgestellt, damit die Musik nicht verloren geht... und im Sommer spielen hier noch immer Kapellen. Früher kam an Sonntagnachmittagen halb Campo de Ourique in Sonntagskleidung, um den Militärkapellen zuzuhören.

Achte auf die Bäume. Hier wachsen Palmen, Araukarien und andere Bäume, die Seefahrer und Gärtner aus Afrika, Asien und Südamerika mitbrachten. Lissabons Gärten sind auch ein Archiv der Weltreisen Portugals, mit allem, was dazugehört, dem Staunen genauso wie der Ausbeutung der Kolonien. Die Pflanzen erzählen von Entdeckung, aber auch von Handel, Macht und Menschen, die nie gefragt wurden.

Im Herbst fällt das Laub auf die Wege, im Frühling blühen die Bäume, und das ganze Jahr über ist dieser Garten das Wohnzimmer des Viertels. Verlass den Park jetzt auf der Nordseite, Richtung Rua de São Jorge, wo hinter einer hohen Mauer dunkle Zypressen in den Himmel ragen.

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