Remuh-Synagoge und der historische Renaissance-Friedhof

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Tritt durch das schmiedeeiserne Tor an der Szeroka-Straße 40 in den stillen Vorhof der Remuh-Synagoge, das heiligste Heiligtum des Krakauer Judentums. Erbaut im Jahr 1553 von Israel Isserles für seinen genialen Sohn Moses, trägt die Synagoge das hebräische Akronym des großen Gelehrten: Remuh.

Key Facts

PlaceRemuh-Synagoge und der historische Renaissance-Friedhof
Addressul. Szeroka 40, 31-053 Kraków, Poland
Geo Coordinates50.05260, 19.94730
Part of WalkKazimierz: Die jüdische Stadt von Krakau und ihre Synagogen
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Tritt durch das schmiedeeiserne Tor an der Szeroka-Straße 40 in den stillen Vorhof der Remuh-Synagoge, das heiligste Heiligtum des Krakauer Judentums. Erbaut im Jahr 1553 von Israel Isserles für seinen genialen Sohn Moses, trägt die Synagoge das hebräische Akronym des großen Gelehrten: Remuh. Rabbi Moses Isserles war eine der herausragendsten Autoritäten der jüdischen Religionsgeschichte und verfasste die Mappah, den massgeblichen Gesetzeskommentar zum Schulchan Aruch für alle Aschkenasim weltweit. Seit fast fünf Jahrhunderten ist dieser schlichte Renaissancebau ein weltweites Ziel für Pilger und Schriftgelehrte.

Durch den Torbogen betrittst du den Alten Jüdischen Friedhof, der 1552 angelegt wurde und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als Begräbnisstätte diente. Er gehört zu den besterhaltenen jüdischen Renaissance-Friedhöfen weltweit, ein steinerner Wald aus Sandstein-Mazewot mit kunstvollen Reliefs. Segnende Hände der Priesterkaste der Kohanim, Levitenkannen und Thora-Kronen schmücken die verwitterten Grabsteine. Am Grab des 1572 verstorbenen Moses Isserles legen Gläubige abertausende Kvitelach nieder, kleine Zettelchen mit Gebetsbitten und Segenswünschen.

Einer Legende nach stoppten die Planierraupen der NS-Besatzer wie durch Geisterhand vor dem Grabmal des Remuh, als ein Blitz einschlug und die Frevler lähmte. Entlang der Umfassungsmauer zur Szeroka-Straße wurde nach dem Krieg aus Tausenden zerschlagener Grabsteinfragmente eine bewegende Klagemauer gefügt. Unter den Schatten uralter Kastanienbäume ruhen berühmte Rabbiner, Kabbalisten, Ärzte und Astronomen der Krakauer Goldenen Epoche. Die Stille zwischen den bemoosten Steinen berührt jeden Besucher bis ins Mark.

Die Grabinschrift des Meisters lautet ehrfürchtig: Von Moses bis Moses gab es keinen wie diesen Moses, ein Verweis auf den Propheten Moses und Maimonides. Unter Isserles' Leitung war Krakau die unbestrittene Hauptstadt talmudischer Rechtsgelehrsamkeit in ganz Europa. Bis heute pilgern orthodoxe Gläubige aus Jerusalem, New York und London an seinem Jahrzeit-Todestag hierher. Das Ensemble ist ein unvergängliches Monument geistiger Würde und religiöser Kontinuität.

Gehe wenige Schritte nach Süden über das Pflaster der Szeroka-Straße. Vor dir erhebt sich die wehrhafte Giebelwand der Alten Synagoge, des ältesten jüdischen Bauwerks in Polen.

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