Isaak-Synagoge: Meisterwerk des Frühbarock

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Tritt vor die strenge Steinquaderfassade der Isaak-Synagoge an der Ecke der Kupa- und Warszauera-Straße mit ihrer zweiläufigen Freitreppe zur Frauenempore.

Key Facts

PlaceIsaak-Synagoge: Meisterwerk des Frühbarock
Addressul. Kupa 18, 31-057 Kraków, Poland
Geo Coordinates50.05170, 19.94660
Part of WalkKazimierz: Die jüdische Stadt von Krakau und ihre Synagogen
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Tritt vor die strenge Steinquaderfassade der Isaak-Synagoge an der Ecke der Kupa- und Warszauera-Straße mit ihrer zweiläufigen Freitreppe zur Frauenempore. Eingeweiht im Jahr 1644, ist dies das geräumigste und architektonisch prunkvollste jüdische Gotteshaus von ganz Krakau, geprägt vom polnischen Frühbarock. Stifter war Izaak Jakubowicz, ein wohlhabender Hoffaktor, Bankier und Vorsitzender des jüdischen Ältestenrates, berühmt für seine Wohltätigkeit. Die Eröffnung wurde jahrelang durch den Klerus des benachbarten Fronleichnamsklosters verzögert, der den Prachtbau als Provokation empfand.

Eine berühmte chassidische Parabel erzählt, wie Reb Izaak dreimal träumte, unter der Prager Karlsbrücke liege ein unermesslicher Goldschatz vergraben. Er reiste zu Fuß nach Prag, fand die Brücke jedoch streng von kaiserlichen Wachen bewacht vor. Als er dem Hauptmann von seinem Traum berichtete, lachte dieser ihn aus: Wer glaubt schon Träumen? Ich träumte, in Krakau liege unter dem Ofen eines gewissen Izaak Jakubowicz eine Kiste Gold! Izaak eilte heim, grub unter seinem eigenen Ofen, fand den Schatz und erbaute damit diese prächtige Synagoge zur Ehre Gottes.

Im Inneren überspannt ein weites Tonnengewölbe mit Stichkappen den monumentalen Raum, meisterhaft verziert mit weißem Barockstuck des Tessiners Giovanni Battista Falconi. An den Wänden schimmern kunstvolle hebräische Gebetstexte aus dem 17. und 18. Jahrhundert in polychromen Rollwerkrahmen, die bei Restaurierungen freigelegt wurden. Die Frauenempore öffnet sich mit toskanischen Säulenarkaden elegant zum Hauptraum. Das Raumgefühl erinnert an die Weite fürstlicher Schlosskapellen jener Epoche und zeugt vom Selbstbewusstsein der Gemeinde.

Im Zweiten Weltkrieg plünderten die Besatzer die wertvolle Innenausstattung und richteten eine Werkstatt für Theaterrequisiten ein. Der mutige Kustos Maximilian Redlich wurde 1939 von der Gestapo an Ort und Stelle erschossen, weil er sich weigerte, die Torarollen öffentlich zu verbrennen. Heute wird die Synagoge wieder von der Chabad-Gemeinschaft für Gottesdienste genutzt und beherbergt Ausstellungen zur jüdischen Geschichte. Sie steht als lebendiges Zeugnis für den unbezwingbaren Lebenswillen der jüdischen Gemeinde.

Gehe die Warszauera-Straße ostwärts weiter bis zur breiten Szeroka-Straße. Dort erwartet dich der Eingang zur weltberühmten Remuh-Synagoge und ihrem Renaissance-Friedhof.

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