Marienkirche und der geschnitzte Veit-Stoß-Altar

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Tritt auf den Marienplatz und bestaune die markante Asymmetrie der beiden gotischen Backsteintürme der Basilika der Heiligsten Jungfrau Maria.

Key Facts

PlaceMarienkirche und der geschnitzte Veit-Stoß-Altar
AddressPlac Mariacki 5, 31-042 Kraków, Poland
Geo Coordinates50.06170, 19.93940
Part of WalkDer Königsweg von Krakau: Vom Barbakan zum Wawelschloss
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Tritt auf den Marienplatz und bestaune die markante Asymmetrie der beiden gotischen Backsteintürme der Basilika der Heiligsten Jungfrau Maria. Der höhere Nordturm, der mit seiner schlanken Turmspitze und der vergoldeten Krone einundachtzig Meter misst, diente über Jahrhunderte als städtischer Wachturm. Zu jeder vollen Stunde ertönt aus den Fenstern der Turmstube das wehmütige Trompetensignal des Hejnał Mariacki in alle vier Himmelsrichtungen. Die Melodie bricht stets mitten im Ton jäh ab, zum ewigen Gedenken an jenen tapferen Türmer, dessen Kehle im 13. Jahrhundert von einem Pfeil tatarischer Angreifer durchbohrt wurde.

Tritt ein in das dämmrige Kirchenschiff und lass dich überwältigen von der Farbenpracht der Sternengewölbe und den Wandmalereien von Jan Matejko und Stanisław Wyspiański. Im Hochchor erstrahlt der unvergleichliche Hochaltar des Nürnberger Meisters Veit Stoß, Wit Stwosz genannt, geschnitzt aus Lindenholz zwischen 1477 und 1489. Mit dreizehn Metern Höhe und elf Metern Breite ist er der größte gotische Schnitzaltar ganz Europas und umfasst über zweihundert lebensnahe Einzelfiguren. Die Apostel, die den Marientod beweinen, zeigen meisterhaft gearbeitete Hände, pulsierende Adern und die tiefen Falten einfacher Krakauer Bürger des 15. Jahrhunderts.

Eine alte Krakauer Sage erklärt die ungleichen Türme durch den Neid zweier Baumeisterbrüder, die jeweils für einen Turmbau verantwortlich waren. Als der jüngere Bruder sah, dass der Turm des älteren viel höher und kühner emporwuchs, erstach er ihn im Zorn mit einem Messer. Von Reue geplagt stürzte sich der Mörder anschließend von seinem eigenen unvollendeten Turm zu Tode; das Mordmesser hängt noch heute zur Mahnung im Durchgang der Tuchhallen.

Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg ließen die Nationalsozialisten den Marienaltar demontieren und nach Nürnberg in die Keller der Kaiserburg schaffen. Erst nach 1945 konnten polnische Kunsthistoriker und alliierte Spezialisten das unversehrte Meisterwerk aufspüren und 1957 feierlich an seinen angestammten Platz zurückführen. Die Basilika bleibt das spirituelle Herz der Krakauer Bürgerschaft.

Wende dich nun dem weiten Pflaster des Marktes zu. In der Mitte des Platzes erwarten dich die Renaissance-Arkaden der Tuchhallen und der hoch aufragende Rathausturm.

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