Floriańska-Straße und das Geburtshaus von Jan Matejko
Why is it significant?
Flaniere über das historische Kopfsteinpflaster der Floriańska-Straße, gesäumt von prachtvollen Bürgerhäusern mit geschnitzten Renaissanceportalen und bunten Fassaden.
Key Facts
| Place | Floriańska-Straße und das Geburtshaus von Jan Matejko |
|---|---|
| Address | ul. Floriańska 41, 31-019 Kraków, Poland |
| Geo Coordinates | 50.06350, 19.94050 |
| Part of Walk | Der Königsweg von Krakau: Vom Barbakan zum Wawelschloss |
| Generated | Generated |
Flaniere über das historische Kopfsteinpflaster der Floriańska-Straße, gesäumt von prachtvollen Bürgerhäusern mit geschnitzten Renaissanceportalen und bunten Fassaden. Diese Straße wurde im Jahr 1257 bei der Stadtgründung nach Magdeburger Recht geometrisch angelegt und war stets die vornehmste Geschäftsadresse Krakaus. Über dieses Pflaster ritten siegreiche Könige, päpstliche Nuntien, kaiserliche Gesandte und hochadelige Hochzeitsgesellschaften. Heute pulsiert hier das urbane Leben zwischen traditionsreichen Buchhandlungen, Kunstgalerien und Kaffeehäusern.
An der Hausnummer 41 erblickt man das Geburtshaus von Jan Matejko, dem bedeutendsten polnischen Historienmaler des 19. Jahrhunderts. Matejko wurde in diesen Räumen geboren, lebte und schuf hier seine epochalen Riesengemälde wie Die Schlacht von Tannenberg oder Die preußische Erbhuldigung. Das Gebäude beherbergt heute ein faszinierendes Biografiemuseum mit seinem originalen Atelier, Farbpaletten und seiner Privatsammlung historischer Rüstungen und Waffen. Seine kraftvolle Bildsprache hielt das nationale Geschichtsbewusstsein der Polen während der langen Jahrzehnte der Teilungen wach.
Nur wenige Schritte weiter, bei Nummer 45, öffnet sich das legendäre Künstlercafé Jama Michalika, das 1895 von Konditor Jan Michalik gegründet wurde. Um 1905 wurde die Konditorei zum Hauptquartier der Krakauer Bohème und zur Geburtsstätte des legendären Satirekabaretts Zielony Balonik, der Grüne Luftballon. Die mittellosen Künstler bezahlten ihren Kaffee mit Karikaturen, Ölbildern und kunstvollen Jugendstil-Glasfenstern, die bis heute die Wände schmücken. Hier entstand das moderne literarische Kabarett Polens, das die spießbürgerliche Moral schonungslos aufs Korn nahm.
Im Haus Nummer 14 empfängt das traditionsreiche Hotel Pod Różą seine Gäste, das älteste nachweisbare Gasthaus Krakaus. Hier stiegen im Laufe der Jahrhunderte Zar Alexander I., Großfürst Konstantin und der Klaviervirtuose Franz Liszt ab. Ein Renaissanceportal trägt die stolze lateinische Inschrift: Möge dieses Haus stehen, bis die Ameise das Meer ausgetrunken und die Schildkröte die Welt umrundet hat. Jedes Bürgerhaus spiegelt den Reichtum des mitteleuropäischen Handels wider.
Gehe bis zum südlichen Ende der Straße, wo sich die weite Lichtfülle des Hauptmarktes öffnet. Vor dir ragen die ungleichen Zwillingstürme der Marienkirche in den Krakauer Himmel.