Krakauer Barbakan und das Florianstor: Gotisches Bollwerk
Why is it significant?
Tritt heran an das wuchtige Rund aus rotem Backstein mit seinen sieben zierlichen Wehrtürmchen: Du stehst vor dem weltberühmten Krakauer Barbakan. Errichtet im Jahr 1498 unter König Johann I.
Key Facts
| Place | Krakauer Barbakan und das Florianstor: Gotisches Bollwerk |
|---|---|
| Address | ul. Basztowa, 31-157 Kraków, Poland |
| Geo Coordinates | 50.06520, 19.94150 |
| Part of Walk | Der Königsweg von Krakau: Vom Barbakan zum Wawelschloss |
| Generated | Generated |
Tritt heran an das wuchtige Rund aus rotem Backstein mit seinen sieben zierlichen Wehrtürmchen: Du stehst vor dem weltberühmten Krakauer Barbakan. Errichtet im Jahr 1498 unter König Johann I. Albrecht aus Furcht vor osmanisch-tatarischen Reitervorstößen, besitzt das Bauwerk einen Innendurchmesser von über vierundzwanzig Metern. Mit seinen mehr als drei Meter dicken Mauern und einhundertdreißig Schießscharten galt dieses Meisterwerk spätgotischer Militärarchitektur als uneinnehmbar. Die Krakauer Bürger nannten die Rundbastei wegen ihrer kreisrunden Gestalt liebevoll die Bratpfanne. Die wuchtigen Backsteinmauern und der überdachte Wehrgang boten den städtischen Zunftschützen optimalen Schutz gegen feindliche Belagerungsgeschütze.
Einst war der Barbakan von einem tiefen Wassergraben umgeben, der von der Rudawa gespeist wurde, und über einen befestigten Halskorridor mit dem Florianstor verbunden. Jede feindliche Streitmacht, die das Tor anzugreifen versuchte, geriet unweigerlich in einen tödlichen Kreuzfeuerkessel aus Kanonen und Hakenbüchsen. Bei der Belagerung durch Erzherzog Maximilian von Österreich im Jahr 1587 schoss der Fleischergeselle Marcin Oraczewicz mit einem Silberknopf den feindlichen General nieder und rettete Krakau. Die traditionsreiche Schützengilde feiert diese Heldentat bis heute bei ihren jährlichen Festaufmärschen durch die Altstadt.
Als die österreichischen Behörden Anfang des 19. Jahrhunderts die maroden Stadtmauern schleifen ließen, rettete der Universitätsprofessor Feliks Radwański das Ensemble. Er argumentierte geistreich vor der kaiserlichen Kommission, dass ohne den Barbakan die eisigen Nordwinde den Krakauer Damen unter die Röcke wehen und Lungenentzündungen auslösen würden. Dank dieses schlagenden Arguments blieben der Barbakan und das gotische Florianstor vor den Abrissbirnen verschont.
Durchschreite den Torbogen des Florianstors, das über vierunddreißig Meter aufragt und den bekrönenden Piasten-Adler nach einem Entwurf von Jan Matejko trägt. Unter dem gotischen Gewölbe glänzt ein spätbarocker Altar zu Ehren der Muttergottes, vor dem Passanten traditionell den Hut zogen. Die massiven Granitquader der Torschwelle wurden von den Hufen unzähliger königlicher Pferde und schwerer Fuhrwerke tief abgeschliffen. Hier betrittst du feierlich die eigentliche Altstadt der polnischen Königsmetropole.
Biege nun direkt in die lebhafte Floriańska-Straße ein. Vor dir entfaltet sich die berühmteste Flaniermeile Krakaus, gekrönt vom fernen Blick auf die Marienkirche.