Józefa-Straße: Künstlerische Innenhöfe und Schindler-Drehort
Why is it significant?
Spaziere gemächlich über das historische Pflaster der Józefa-Straße, flankiert von schmiedeeisernen Aushängeschildern, Antiquitätenläden und urigen Cafés.
Key Facts
| Place | Józefa-Straße: Künstlerische Innenhöfe und Schindler-Drehort |
|---|---|
| Address | ul. Józefa 12, 31-056 Kraków, Poland |
| Geo Coordinates | 50.05050, 19.94650 |
| Part of Walk | Kazimierz: Die jüdische Stadt von Krakau und ihre Synagogen |
| Generated | Generated |
Spaziere gemächlich über das historische Pflaster der Józefa-Straße, flankiert von schmiedeeisernen Aushängeschildern, Antiquitätenläden und urigen Cafés. Benannt nach Kaiser Joseph II., der den Bürgern 1776 wichtige Freiheits- und Handelsrechte gewährte, gilt diese Gasse als das stimmungsvollste Herzstück von Kazimierz. Hier blieb das mittelalterliche Wegenetz mit niedrigen traufständigen Bürgerhäusern und schweren Eichentoren vollständig erhalten. Hinter den bunten Fassaden verbergen sich verwunschene Höfe, die seit Generationen Künstler, Fotografen und Literaten mit ihrer Ursprünglichkeit verzaubern.
Tritt ein in den Torweg des Durchgangshofs zwischen der Józefa 12 und der Meiselsa-Straße: Du stehst in einem der berühmtesten Höfe der Filmgeschichte. Mit seinen hölzernen Außengalerien, knarrenden Stiegen und den zwischen den Mauern gespannten Wäscheleinen diente dieser Hof Steven Spielberg 1993 als Hauptdrehort für Schindlers Liste. Hier drehte Spielberg die herzzerreißenden Szenen der Räumung des Ghettos, als Möbel aus den Fenstern stürzten und Verfolgte verzweifelt Unterschlupf suchten. Obwohl das historische Ghetto auf der anderen Weichselseite in Podgórze lag, wählte der Regisseur Kazimierz wegen seiner unveränderten Vorkriegsarchitektur. Die Bilder brannten sich tief in das weltweite Gedächtnis ein.
An der Ecke zur Kupa-Straße erhebt sich die Hohe Synagoge—Wysoka Synagoga—aus dem Jahr 1563, deren Gebetssaal im zweiten Obergeschoss lag. Da der Baugrund innerhalb der Schutzmauern knapp war, bauten die Bauherren den Saal aus Sicherheitsgründen und zum Schutz vor Straßenlärm in die Höhe. Ihre hohen gotisch-renaissancistischen Spitzbogenfenster ließen das Himmelslicht direkt auf das Lesepult fallen. Heute lädt im Erdgeschoss eine renommierte Buchhandlung für jüdische Literatur, Bildbände und Fotografie zum ausgiebigen Stöbern ein.
Die Józefa-Straße war historisch die Nahtstelle, an der jüdische Händler und christliche Handwerker Tür an Tür lebten und arbeiteten. Schneider, Schuster, Uhrmacher und Buchbinder tauschten Dienstleistungen in einer dichten Nachbarschaft aus. Heute verbinden sich hier lebendige Gegenwartskunst, Gastfreundschaft und historische Erinnerung zu einem einzigartigen Krakauer Lebensgefühl.
Gehe die Józefa-Straße bis zu ihrem westlichen Ende und betritt den weiten Plac Wolnica. Vor dir erhebt sich das monumentale Renaissancerathaus der ehemaligen Stadt Kazimierz.