Galataturm
Why is it significant?
Leg den Kopf in den Nacken, so weit es geht: Vor dir steigt der Turm aus grauem Stein auf, rund und massiv, oben ein Kranz aus Fenstern und darüber der spitze Kegelhut. Der kleine Platz um ihn herum ist voller Straßenmusiker, Katzen und Menschen, die versuchen, den ganzen Turm aufs Foto zu bekommen.
Key Facts
| Place | Galataturm |
|---|---|
| Address | Bereketzade, Galata Kulesi, 34421 Beyoğlu/İstanbul, Türkiye |
| Geo Coordinates | 41.02560, 28.97420 |
| Part of Walk | Galata und Pera: Verborgene Treppen, Derwische und deutsche Exilanten in Istanbul |
| Generated | Generated |
Leg den Kopf in den Nacken, so weit es geht: Vor dir steigt der Turm aus grauem Stein auf, rund und massiv, oben ein Kranz aus Fenstern und darüber der spitze Kegelhut. Der kleine Platz um ihn herum ist voller Straßenmusiker, Katzen und Menschen, die versuchen, den ganzen Turm aufs Foto zu bekommen. Es gelingt fast niemandem.
Die Genuesen bauten ihn 1348 als höchsten Punkt ihrer befestigten Kolonie und nannten ihn Christea Turris, den Turm Christi. Er war Wachturm, Wahrzeichen und Drohung zugleich, gut sichtbar für die byzantinischen Nachbarn auf der anderen Seite des Goldenen Horns. Die Mauern, die von hier zum Wasser hinunterliefen, sind fast alle verschwunden, nur der Turm blieb, gut sechzig Meter hoch. Oben läuft eine schmale Galerie rundherum, und wer sie einmal umrundet, hat die ganze Stadt gesehen: Altstadt, Goldenes Horn, Bosporus und die asiatische Seite.
Und jetzt die berühmteste Geschichte von Galata. Der Reiseschriftsteller Evliya Çelebi berichtet, im 17. Jahrhundert habe sich ein Gelehrter namens Hezarfen Ahmed Çelebi mit selbstgebauten Flügeln von diesem Turm gestürzt und sei über den Bosporus bis nach Üsküdar geglitten. Der Sultan soll ihn belohnt und dann vorsichtshalber verbannt haben, denn ein Mann, der fliegen kann, ist gefährlich. Ob der Flug je stattfand, bezweifeln die Historiker.
In osmanischer Zeit wurde der Turm zum Feuerwachturm. Istanbul war eine Stadt aus Holz, und Brände fraßen ganze Viertel. Von hier oben hielten Wächter Tag und Nacht Ausschau und schlugen Alarm, sobald irgendwo Rauch aufstieg. Der Turm selbst brannte mehrmals aus. Seinen Kegelhut bekam er erst bei einer Restaurierung in den 1960er-Jahren zurück.
Von hier geht es weiter bergauf, die Galip Dede Caddesi hinauf, eine steile Straße voller Musikinstrumentenläden. Schau, wie in den Schaufenstern Saz, Oud und Trommeln hängen, und hör auf die Händler, die zwischendurch selbst ein paar Töne anspielen. Kurz vor der Kuppe öffnet sich ein Tor zu einem Garten mit alten Grabsteinen. Dort drehten sich einst die Derwische.