San Miniato al Monte: Die Kirche auf dem Berg
Why is it significant?
Dreh dich auf der obersten Stufe einmal um. Unter dir liegt ganz Florenz, und vor dir leuchtet eine Fassade aus weißem und grünem Marmor, so klar gezeichnet wie ein Schachbrett, ganz oben ein goldenes Mosaik und ein kupferner Adler.
Key Facts
| Place | San Miniato al Monte: Die Kirche auf dem Berg |
|---|---|
| Address | Via delle Porte Sante 34, 50125 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.75940, 11.26510 |
| Part of Walk | Florenz von oben: Gärten, Stadtmauern und San Miniato al Monte |
| Generated | Generated |
Dreh dich auf der obersten Stufe einmal um. Unter dir liegt ganz Florenz, und vor dir leuchtet eine Fassade aus weißem und grünem Marmor, so klar gezeichnet wie ein Schachbrett, ganz oben ein goldenes Mosaik und ein kupferner Adler. Das ist San Miniato al Monte, und viele halten sie für die schönste Kirche der Stadt.
Die Legende erzählt von Minias, einem frühen Christen, der um das Jahr 250 unten am Arno enthauptet wurde. Er soll seinen Kopf aufgehoben haben, über den Fluss gegangen und diesen Hügel hinaufgestiegen sein, bis zu der Höhle, in der er als Einsiedler gelebt hatte. Dort erst sei er gestorben. Über diesem Ort steht heute die Kirche, begonnen 1018 von Bischof Hildebrand, mit Unterstützung Kaiser Heinrichs des Zweiten.
Und der Adler oben auf dem Giebel? Er hält einen Stoffballen in den Klauen. Das ist das Zeichen der Calimala, der mächtigen Zunft der Tuchhändler, die ab dem 13. Jahrhundert die Kirche verwaltete und bezahlte. Geld und Glaube, wieder einmal Hand in Hand. Darunter funkelt das Mosaik mit Christus zwischen Maria und Minias, entstanden im 13. Jahrhundert.
Innen liegt im Boden des Mittelschiffs ein Marmorteppich mit Tierkreiszeichen von 1207, und darüber erhebt sich ein Chor, so hoch, dass die Krypta darunter ganz offen liegt. Seit 1373 leben hier Olivetaner, Benediktinermönche, und wenn du gegen Abend kommst, hörst du manchmal ihren gregorianischen Gesang durch den Raum ziehen. Während der Belagerung von 1529 diente der Glockenturm als Geschützstand, und man erzählt, Michelangelo habe ihn mit Matratzen und Wollballen gegen die Kanonenkugeln polstern lassen.
Rund um die Kirche liegt der Friedhof der Porte Sante, ein stiller Garten aus Grabkapellen, Zypressen und Marmorengeln. Hier ist auch Carlo Collodi begraben, der Erfinder des Pinocchio. Und in der Kirche selbst ruht in einer prachtvollen Renaissancekapelle ein junger Kardinal aus Portugal, der 1459 auf einer Reise in Florenz starb. Wenn du genug geschaut hast, geh die Treppe hinunter und dann links an der Kirche San Salvatore al Monte vorbei zum großen Platz, auf dem ein bronzener Riese steht.