Piazzale Michelangelo: Die Terrasse über der Stadt
Why is it significant?
Tritt an die Brüstung und lass den Blick einfach laufen. Links der Arno mit seinen Brücken, in der Mitte die rote Kuppel des Doms, der schlanke Turm des Palazzo Vecchio, die Kirchtürme, und dahinter die Hügel von Fiesole.
Key Facts
| Place | Piazzale Michelangelo: Die Terrasse über der Stadt |
|---|---|
| Address | Piazzale Michelangelo, 50125 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.76310, 11.26510 |
| Part of Walk | Florenz von oben: Gärten, Stadtmauern und San Miniato al Monte |
| Generated | Generated |
Tritt an die Brüstung und lass den Blick einfach laufen. Links der Arno mit seinen Brücken, in der Mitte die rote Kuppel des Doms, der schlanke Turm des Palazzo Vecchio, die Kirchtürme, und dahinter die Hügel von Fiesole. Das ist der Piazzale Michelangelo, die berühmteste Postkarte von Florenz, und hinter dir wacht ein bronzener David über die Szene.
Dieser Platz ist jünger, als er aussieht. Als Florenz ab 1865 Hauptstadt Italiens war, bekam der Architekt Giuseppe Poggi den Auftrag, die Stadt zu modernisieren. Er legte die Viale dei Colli an, eine geschwungene Allee über die Hügel, und als ihren Höhepunkt diese Terrasse, eröffnet um 1869. Die Allee ist mehrere Kilometer lang und von Platanen, Steineichen und Zypressen gesäumt. Die Bronzekopie des David kam 1873 hierher, umgeben von Kopien der Figuren aus Michelangelos Neuer Sakristei.
Poggi plante dazu eine Loggia als Museum für Michelangelos Werke. Das Museum kam nie, und die Loggia beherbergt heute ein Restaurant. Michelangelo, der zeitlebens um Geld stritt, hätte darüber wahrscheinlich nur den Kopf geschüttelt.
Jetzt die Natur. Gleich östlich des Platzes, unterhalb der Straße, liegt der Giardino dell'Iris, der Iris-Garten, seit 1954 angelegt und nur im Frühling geöffnet, wenn Hunderte Sorten blühen. Warum gerade Iris? Weil die rote Lilie im Wappen von Florenz eigentlich eine Iris ist. Die Hügel rund um die Stadt waren einst voller Schwertlilien, und aus ihren Wurzeln gewann man ein Pulver, das in Parfums und Seifen ganz Europas landete. Bis heute veranstaltet der Garten jedes Jahr einen internationalen Wettbewerb für neue Iris-Züchtungen.
Komm, wenn du kannst, zum Sonnenuntergang wieder. Dann färben sich die Dächer orange, die Kuppel glüht, und der Platz füllt sich mit Menschen, die auf einmal ganz still werden. Und an klaren Morgen siehst du im Norden die Ausläufer des Apennin, über die viele Reisende aus Deutschland einst nach Florenz kamen. Geh jetzt auf der Stadtseite der Terrasse ein paar Schritte nach Westen, zur Treppe, die in einen terrassierten Garten voller Rosen hinabführt.