Torre degli Alberti: Eine Familie im Exil und die Sprache Dantes

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An der Ecke von Via de' Benci und Borgo Santa Croce steht ein schlanker Steinturm, und unten öffnet er sich zu einer kleinen Loggia mit Säulen, wo früher Geschäfte gemacht und Neuigkeiten getauscht wurden.

Key Facts

PlaceTorre degli Alberti: Eine Familie im Exil und die Sprache Dantes
AddressVia de' Benci 1, 50122 Firenze FI, Italy
Geo Coordinates43.76790, 11.25980
Part of WalkDantes Florenz: Geschlechtertürme, Blutfehden und die Göttliche Komödie
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An der Ecke von Via de' Benci und Borgo Santa Croce steht ein schlanker Steinturm, und unten öffnet er sich zu einer kleinen Loggia mit Säulen, wo früher Geschäfte gemacht und Neuigkeiten getauscht wurden. Such am Mauerwerk nach dem Wappen mit den gekreuzten Ketten: Es gehört den Alberti, einer der reichsten Kaufmannsfamilien des alten Florenz.

Die Alberti handelten mit Tuch und Geld bis nach Flandern und England, und das ganze Viertel zwischen Santa Croce und dem Fluss war ihr Revier. Doch Reichtum schützte in Florenz vor nichts. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gerieten sie mit der herrschenden Partei um die Albizzi aneinander, und die Familie wurde verbannt, über Jahrzehnte.

Das ist Dantes Schicksal, nur hundert Jahre später. 1404 kam im Genueser Exil ein Junge zur Welt, der Florenz erst als junger Mann richtig kennenlernte: Leon Battista Alberti. Er wurde Architekt, Mathematiker, Theoretiker der Malerei, ein Universalgelehrter, bevor man das Wort kannte. Die Fassade von Santa Maria Novella stammt von ihm, und sein Buch über die Malerei widmete er Brunelleschi.

Aber hier zählt etwas anderes: die Sprache. Gelehrte schrieben damals Latein und hielten das Toskanische für eine Sprache für Marktfrauen. Alberti widersprach. Er schrieb seine Bücher über die Familie auf Italienisch, und 1441 veranstaltete er im Dom einen Dichterwettstreit, den Certame coronario, bei dem nur Gedichte in der Volkssprache zugelassen waren. Die gelehrten Richter vergaben den Preis an niemanden... und spendeten ihn dem Dom. Die Volkssprache, die Dante mit seiner Komödie geadelt hatte, musste sich ihren Platz immer noch erkämpfen.

Schau jetzt die Via de' Benci hinunter zum Fluss. Dort liegt der Ponte alle Grazie, den Dante noch als Ponte Rubaconte kannte. Im zwölften Gesang des Purgatoriums nennt er ihn und die Kirche San Miniato oben auf dem Hügel, die über der gut regierten Stadt thront... ein bitterer Spott aus dem Mund eines Verbannten. Die alte Brücke sprengten deutsche Truppen im August 1944, die heutige ist ein Neubau. Dante starb 1321 in Ravenna, und erst 2008 hob der Stadtrat von Florenz sein Urteil symbolisch auf. Du aber bist heute durch seine Stadt gegangen, vom Grab seines Lehrers bis hierher. Geh noch die paar Schritte bis zum Arno und schau zu San Miniato hinauf, so wie er es im Exil vor sich gesehen hat.

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