Mercato Centrale: Eisen, Glas und Lampredotto

Why is it significant?

Riech einmal tief ein. Brot, reifer Pecorino, Basilikum, und irgendwo dazwischen etwas Dunkleres, Herzhaftes... Du stehst vor einer riesigen Halle aus Gusseisen und Glas, umringt von Marktständen mit Lederwaren, Schals und Souvenirs.

Key Facts

PlaceMercato Centrale: Eisen, Glas und Lampredotto
AddressPiazza del Mercato Centrale, 50123 Firenze FI, Italy
Geo Coordinates43.77660, 11.25320
Part of WalkDas Erbe der Medici: Florenz zwischen San Lorenzo und Santa Maria Novella
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Riech einmal tief ein. Brot, reifer Pecorino, Basilikum, und irgendwo dazwischen etwas Dunkleres, Herzhaftes... Du stehst vor einer riesigen Halle aus Gusseisen und Glas, umringt von Marktständen mit Lederwaren, Schals und Souvenirs. Das ist der Mercato Centrale, und er gehört zu einer ganz anderen Epoche als die Medici-Paläste ringsum.

Von 1865 bis 1871 war Florenz die Hauptstadt des jungen Königreichs Italien. Die Stadt wollte modern aussehen, riss Stadtmauern ein, zog breite Boulevards und plante, den uralten Markt im Zentrum zu beseitigen. Als Ersatz entstand diese Halle, entworfen von Giuseppe Mengoni, demselben Architekten, der in Mailand die Galleria Vittorio Emanuele gebaut hat. 1874 wurde sie eröffnet, eine Kathedrale des Essens, ganz aus Eisen, wie sie damals Paris und London bauten. Der alte Markt im Zentrum verschwand wenige Jahre später tatsächlich, und an seiner Stelle entstand die heutige Piazza della Repubblica.

Unten findest du bis heute die alten Stände: Metzger, Gemüsehändler, Käse, Öl. Und draußen oder an den Theken das Florentiner Arme-Leute-Essen schlechthin, Lampredotto. Das ist der vierte Magen des Rindes, stundenlang mit Gemüse gekocht, in ein Brötchen gelegt, das man kurz in die Brühe taucht, dazu grüne Kräutersoße und, wer mag, scharfes Öl. Florentiner schwören darauf. Besucher brauchen manchmal einen zweiten Anlauf. Für viele Florentiner ist ein Lampredotto-Brötchen am Vormittag so selbstverständlich wie anderswo ein Croissant.

Das Obergeschoss war lange halb leer und ist seit einigen Jahren eine große Essenshalle, laut, voll und bis in den Abend geöffnet. Wenn du nach oben schaust, siehst du die schlanken Eisenträger, die das Glasdach halten, und begreifst, warum man das damals für Zauberei hielt.

Was das mit den Medici zu tun hat? Ziemlich viel, auf Umwegen. Dieses ganze Viertel um San Lorenzo war ihr Revier, ihre Pfarrei, ihre Klientel, die Handwerker und Händler, deren Gunst sie über Generationen pflegten. Macht in Florenz wurde nicht nur in Palästen gemacht, sondern auch auf dem Markt. Geh jetzt zwischen den Ständen der Via dell'Ariento nach Süden, bis vor dir die rohe Ziegelfassade von San Lorenzo auftaucht.

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