Hofje de Zeven Keurvorsten
Why is it significant?
Bleib genau hier stehen vor dieser schlichten Holztür in der engen Tuinstraat und achte auf die überraschende Stille hinter den Backsteinmauern.
Key Facts
| Place | Hofje de Zeven Keurvorsten |
|---|---|
| Address | Tuinstraat 197, 1015 NX Amsterdam |
| Geo Coordinates | 52.37610, 4.88080 |
| Part of Walk | Jordaan Rundgang: Versteckte Höfe, Grachten und Rebellengeist |
| Generated | Generated |
Bleib genau hier stehen vor dieser schlichten Holztür in der engen Tuinstraat und achte auf die überraschende Stille hinter den Backsteinmauern. Du befindest dich vor dem Hofje de Zeven Keurvorsten, einem der ältesten und am besten versteckten Wohnhöfe von ganz Amsterdam, gegründet im Jahr sechzehnhunderteinundvierzig.
Das Hofje verdankt seine Existenz dem wohlhabenden katholischen Bäcker und Bierbrauer Jacob Roos. In seinem Testament verfügte er, dass sein beträchtliches Vermögen dem Bau einer geschützten Wohnanlage für bedürftige ältere Frauen gewidmet werden sollte. Hinter der unauffälligen Straßentür führt ein schmaler Gang in einen idyllischen Gartenhof mit zwölf kleinen Reihenhäuschen und einer historischen Wasserpumpe, die wie aus einer anderen Zeit wirken.
Dieser Ort war nicht nur eine Wohltätigkeitseinrichtung, sondern auch ein religiöser Zufluchtsort. Im siebzehnten Jahrhundert war die Ausübung des katholischen Glaubens in der calvinistischen Republik der Niederlande offiziell verboten. Katholiken durften keine öffentlichen Kirchen betreiben und versammelten sich heimlich auf Dachböden. Dieses Hofje bot frommen katholischen Witwen einen sicheren Ort, an dem sie in Gemeinschaft beten und leben konnten, ohne Nachstellungen befürchten zu müssen.
Der eigenwillige Name Sieben Kurfürsten bezieht sich auf die Reichsfürsten des Heiligen Römischen Reiches, die das Recht besaßen, den deutschen Kaiser zu wählen. Kunstvoll gemeißelte Giebelsteine im Innenhof zeigen die Bildnisse und Wappen dieser Kurfürsten, ein stolzes Zeugnis der kaiserlichen Verbundenheit der Stifterfamilie. Im Hof herrschten strenge Hausregeln: Abends um zehn Uhr wurden die Tore fest verriegelt, und Männern war der Zutritt über Nacht strengstens untersagt.
Die Bewohnerinnen erhielten lebenslanges kostenloses Wohnrecht, frisches Brunnenwasser und im kalten Winter wöchentliche Zuteilungen von Brenntorf und Brot. Einst gab es im Jordaan über vierzig solcher Hofjes, die von wohlhabenden Bürgern als fromme Stiftung für ihr Seelenheil gegründet wurden und bis heute grüne Inseln der Barmherzigkeit im Großstadttrubel bilden.