MiQua und Archäologisches Praetorium

Why is it significant?

Treten Sie auf das Areal des MiQua am Kölner Rathausplatz, wo sich unter Ihren Füßen eine der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten ganz Europas erstreckt. MiQua steht für LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln.

Key Facts

PlaceMiQua und Archäologisches Praetorium
AddressKleine Budengasse 1, 50667 Köln, Deutschland
Geo Coordinates50.93780, 6.95800
Part of WalkGotischer Dom, Martinsviertel und Brauhauskultur: Römische Wurzeln, Sakralkunst und Kölsch-Tradition
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Treten Sie auf das Areal des MiQua am Kölner Rathausplatz, wo sich unter Ihren Füßen eine der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten ganz Europas erstreckt. MiQua steht für LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln. Auf einer Fläche von über sechstausend Quadratmetern wird hier die zweitausendjährige Geschichte der Metropole unmittelbar im Boden erlebbar gemacht, wo römische Kaiserpaläste und mittelalterliche Zunfthäuser aufeinanderprallen.

Tief unter der Erde liegen die monumentalen Fundamente des römischen Praetoriums, dem prunkvollen Palast des kaiserlichen Statthalters der Provinz Niedergermanien. In dieser riesigen Aula regierten römische Feldherren und Kaiser wie Trajan, der hier im Jahr 98 nach Christus seine Ernennung zum Kaiser des Römischen Reiches erfuhr. Die massiven Außenmauern aus Tuffstein sind bis heute in voller Pracht erhalten. Die kunstvoll gearbeiteten Fassadendetails und historischen Mauerzüge ziehen Geschichtsinteressierte und Spaziergänger gleichermaßen in ihren Bann. Generationen von Kölner Bürgern haben diesen besonderen Ort geprägt und seine faszinierende Geschichte lebendig an die nächste Generation weitergegeben.

Unmittelbar neben dem römischen Palast lag im Mittelalter das Zentrum der ältesten jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen, die bereits im Jahr 321 durch ein Edikt von Kaiser Konstantin urkundlich erwähnt wurde. Archäologen legten die originale mittelalterliche Synagoge frei und stießen auf die Mikwe, das rituelle Tauchbad aus dem zwölften Jahrhundert, das über sechzehn Meter tief bis auf das Grundwasserniveau des Rheins hinabreicht. In den umliegenden Straßen und Gassen spürt man auf Schritt und Tritt die lebendige Verbindung von rheinischer Tradition und weltoffener Gegenwart.

Ein unterirdischer archäologischer Rundgang von über sechshundert Metern Länge verbindet die antiken römischen Abwasserkanäle mit den Kellern des jüdischen Viertels. Besucher können hier durch originale römische Gassen wandern und Geschichte dort begreifen, wo sie sich vor Jahrhunderten tatsächlich abspielte. Dieser geschichtsträchtige Ort spiegelt das unverwechselbare Kölner Lebensgefühl wider und lädt dazu ein, die reiche Stadtkultur in aller Ruhe zu entdecken.

Spazieren Sie nun wenige Schritte südwärts zur Martinstraße, wo der spätgotische Festsaal des traditionsreichen Gürzenichs vor Ihnen aufragt.

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