Farina-Haus und Duftmuseum

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Blicken Sie auf die feingliedrige Fassade des Hauses Obenmarspforten 21, in dem vor über dreihundert Jahren eine weltweite Duftevolution ihren Anfang nahm. Hier gründete der italienische Parfümeur Johann Maria Farina im Jahr 1709 die älteste bis heute existierende Parfümfabrik der Welt.

Key Facts

PlaceFarina-Haus und Duftmuseum
AddressObenmarspforten 21, 50667 Köln, Deutschland
Geo Coordinates50.93770, 6.95600
Part of WalkAltstadt, Kölner Dom, Rathaus und Rheinufer: Zweitausend Jahre zwischen Gotik, Römern und Kölsch
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Blicken Sie auf die feingliedrige Fassade des Hauses Obenmarspforten 21, in dem vor über dreihundert Jahren eine weltweite Duftevolution ihren Anfang nahm. Hier gründete der italienische Parfümeur Johann Maria Farina im Jahr 1709 die älteste bis heute existierende Parfümfabrik der Welt. Farina schuf ein leichtes, frisches Duftwasser, das er aus tiefer Dankbarkeit gegenüber seiner Wahlheimat Eau de Cologne nannte und das den Namen der Stadt Köln rund um den Globus berühmt machte. Die goldenen Lettern über dem Portal künden noch immer vom Ruhm der Manufaktur.

In einem überlieferten Brief an seinen Bruder beschrieb Farina seine bahnbrechende Kreation schwärmerisch: Mein Duft ist wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen, Nelken, Orangenblüten und Bergamotten. Im Gegensatz zu den damals üblichen schweren Moschus- und Zimtölen des Barocks wirkte dieses frische Zitruswasser wie eine Befreiung für die verwöhnten Nasen der europäischen Aristokratie. Binnen kürzester Zeit rissen sich alle königlichen Höfe um die kostbaren Flakons.

Ein einziger Flakon dieses Kölner Wassers kostete damals den halben Jahreslohn eines fleißigen Handwerkers. Zu Farinas erlesenen Kunden zählten Sonnenkönig Ludwig der Fünfzehnte, Kaiserin Maria Theresia, Goethe, Voltaire und Napoleon Bonaparte. Napoleon war so vernarrt in den Duft, dass er sich täglich eine ganze Flasche über Kopf und Schultern goss und eigens Stiefel mit Einsteckfächern für Duftflakons anfertigen ließ, um ihn stets griffbereit zu haben.

Im Gewölbekeller des Hauses können Sie die originalen Holzfässer aus libanesischem Zedernholz und die gläsernen Destillierkolben besichtigen, in denen die kostbaren Essenzen monatelang reiften. Bis heute wacht die achte Generation der Familie Farina über die geheime Originalrezeptur, die in einem Panzerschrank sicher verwahrt wird und niemals an Dritte weitergegeben wurde.

Verlassen Sie das Duftmuseum und wenden Sie sich nach Südosten, um über die Malzbüchel zum weiten Platz des Heumarkts zu gelangen. Nehmen Sie den feinen Duft von Bergamotte und Orangenblüten in Gedanken mit auf Ihren weiteren Weg durch die Altstadt.

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