Alter Markt und Jan-von-Werth-Brunnen
Why is it significant?
Treten Sie auf das weite Kopfsteinpflaster des Alten Marktes, dem pulsierenden Herzstück der Kölner Bürgergeschichte. Umringt von farbenfrohen Giebelhäusern, urigen Traditionsbrauhäusern und belebten Straßencafés, schlägt hier seit dem Frühmittelalter der Takt des Kölner Handels und Brauchtums.
Key Facts
| Place | Alter Markt und Jan-von-Werth-Brunnen |
|---|---|
| Address | Alter Markt, 50667 Köln, Deutschland |
| Geo Coordinates | 50.93900, 6.95920 |
| Part of Walk | Altstadt, Kölner Dom, Rathaus und Rheinufer: Zweitausend Jahre zwischen Gotik, Römern und Kölsch |
| Generated | Generated |
Treten Sie auf das weite Kopfsteinpflaster des Alten Marktes, dem pulsierenden Herzstück der Kölner Bürgergeschichte. Umringt von farbenfrohen Giebelhäusern, urigen Traditionsbrauhäusern und belebten Straßencafés, schlägt hier seit dem Frühmittelalter der Takt des Kölner Handels und Brauchtums. An Weiberfastnacht verwandelt sich dieser Platz alljährlich in ein wogendes Meer bunt kostümierter Jecken, wenn hier um Punkt elf Uhr elf der Straßenkarneval eröffnet wird. Glockenklänge und Trompetenfanfaren begleiten das bunte Festtreiben seit Jahrhunderten.
In der Mitte des Platzes erhebt sich der monumentale Jan-von-Werth-Brunnen aus dem Jahr 1884. Die Bronzefigur zeigt den berühmten Reitergeneral des Dreißigjährigen Krieges. Der Legende nach liebte Jan als einfacher Bauernknecht die stolze Magd Griet, die ihn wegen seiner Armut abwies. Als er Jahre später als gefeierter Feldherr nach Köln zurückkehrte, traf er die gealterte Griet am Marktstand wieder und rief: Jan, wer et hätt gewoss! Worauf Griet nur wehmütig antwortete: Jan, wer et hätt jedon!
Schauen Sie genau auf die Fassaden der Bürgerhäuser ringsum. Hier saßen einst die mächtigen Gaffeln, die Zünfte der Kölner Bürger, die den herrschsüchtigen Patriziern und dem Erzbischof im vierzehnten Jahrhundert die Herrschaft über die Stadt entrissen. Die Gaffeln schufen mit dem Verbundbrief von 1396 die erste demokratische Stadtverfassung Kölns, die über vierhundert Jahre lang Bestand hatte und bürgerliche Mitsprache garantierte.
Unter dem Pflaster des Alten Marktes verliefen einst die antiken Hafenbecken der Römer. Im Schlick des ausgetrockneten Rheinarms fanden Archäologen perfekt konservierte Holzboote, lederne Riemensandalen und Tausende von Münzen, die Kaufleute aus dem gesamten Römischen Reich bei Verladearbeiten verloren hatten und die nun im Römisch-Germanischen Museum liegen. Diese archäologischen Schätze gewähren faszinierende Einblicke in den Alltag der römischen Provinzhauptstadt.
Gehen Sie nur wenige Schritte südwärts in Richtung Rathausplatz, wo die prachtvolle Renaissance-Laube des Historischen Rathauses vor Ihnen steht. Bewundern Sie auf dem kurzen Weg die kunstvoll gearbeiteten gusseisernen Straßenlaternen und die historischen Fassadenschilder der alten Kölner Kaufmannsgilden.