Brauhaus Sion und Unter Taschenmacher

Why is it significant?

Treten Sie ein in die urige Gaststube des Brauhauses Sion in der malerischen Gasse Unter Taschenmacher. Sie stehen an einem Ort mit fast siebenhundertjähriger Brautradition: Bereits im Jahr 1318 wurde an genau dieser Stelle urkundlich eine Braustätte namens Medebrux erwähnt.

Key Facts

PlaceBrauhaus Sion und Unter Taschenmacher
AddressUnter Taschenmacher 5, 50667 Köln, Deutschland
Geo Coordinates50.93860, 6.96000
Part of WalkGotischer Dom, Martinsviertel und Brauhauskultur: Römische Wurzeln, Sakralkunst und Kölsch-Tradition
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Treten Sie ein in die urige Gaststube des Brauhauses Sion in der malerischen Gasse Unter Taschenmacher. Sie stehen an einem Ort mit fast siebenhundertjähriger Brautradition: Bereits im Jahr 1318 wurde an genau dieser Stelle urkundlich eine Braustätte namens Medebrux erwähnt. Die Familie Sion übernahm die Brauerei im frühen zwanzigsten Jahrhundert und machte sie zu einer der beliebtesten und renommiertesten Kölsch-Marken der gesamten Kölner Altstadt.

Der Gassenname Unter Taschenmacher erinnert an die mittelalterliche Zunftordnung der Kölner Handwerker: Hier hatten im Mittelalter die Täschner und Sattler ihre Werkstätten, die lederne Geldkatzen, Reisesäcke und Riemen für die Kaufleute anfertigten. In Köln gruppierten sich die verschiedenen Gewerbe traditionell straßenweise zusammen, was sich bis heute in vielen Straßennamen widerspiegelt. Die kunstvoll gearbeiteten Fassadendetails und historischen Mauerzüge ziehen Geschichtsinteressierte und Spaziergänger gleichermaßen in ihren Bann. Generationen von Kölner Bürgern haben diesen besonderen Ort geprägt und seine faszinierende Geschichte lebendig an die nächste Generation weitergegeben.

Nach den verheerenden Zerstörungen des Bombenkriegs im Jahr 1945 war das Brauhaus Sion eines der allerersten Gasthäuser, die ihren Betrieb inmitten des Trümmermeeres wieder aufnahmen. Der legendäre Brauinhaber Hans Sion versorgte die Kölner Trümmerfrauen und Bauarbeiter mit stärkendem Essen und frischem Bier und setzte sich unermüdlich für den Erhalt der kölschen Brautradition ein. In den umliegenden Straßen und Gassen spürt man auf Schritt und Tritt die lebendige Verbindung von rheinischer Tradition und weltoffener Gegenwart.

Hans Sion gilt historisch als der Retter des Kölsch: In den Nachkriegsjahren drohten große Industriekonzerne, das obergärige Kölner Bier durch billiges bayerisches Pilsener zu verdrängen. Sion vereinte die Kölner Brauer, formulierte die Grundlagen der späteren Kölsch-Konvention und sicherte damit das Überleben des obergärigen Kölner Nationalgetränks für kommende Generationen. Dieser geschichtsträchtige Ort spiegelt das unverwechselbare Kölner Lebensgefühl wider und lädt dazu ein, die reiche Stadtkultur in aller Ruhe zu entdecken.

Verlassen Sie das Brauhaus und spazieren Sie durch die Lintgasse hinab zum malerischen Fischmarkt direkt an der Kölner Rheinfront.

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