Gereonswall und Mittelalterliche Stadtmauer
Why is it significant?
Blicken Sie auf die trutzigen Tuffsteinbögen des Gereonswalls, wo der längste zusammenhängende Abschnitt der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer die Jahrhunderte überdauert hat.
Key Facts
| Place | Gereonswall und Mittelalterliche Stadtmauer |
|---|---|
| Address | Gereonswall 110, 50670 Köln, Deutschland |
| Geo Coordinates | 50.94680, 6.94850 |
| Part of Walk | Romanische Kirchen, Ringe und Belgisches Viertel: Kaiserliche Dekagone, Stadtgarten und kreative Veedel |
| Generated | Generated |
Blicken Sie auf die trutzigen Tuffsteinbögen des Gereonswalls, wo der längste zusammenhängende Abschnitt der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer die Jahrhunderte überdauert hat. Als Köln im zwölften und dreizehnten Jahrhundert zur größten und reichsten Metropole des Heiligen Römischen Reiches aufstieg, umgaben die Bürger ihre Stadt mit einem gewaltigen Schutzwall. Mit über acht Kilometern Gesamtlänge, zwölf prachtvollen Torburgen und zweiundfünfzig Wehrtürmen stellte das Kölner Bollwerk alles in den Schatten, was man im damaligen Europa kannte.
Wenn Sie die Augen über das unregelmäßige Mauerwerk wandern lassen, erkennen Sie römische Ziegel, grob behauene Trachytquader aus dem Siebengebirge und feinen rheinischen Tuff. Die mittelalterlichen Baumeister verwendeten für den Bau der Mauer kurzerhand die Steine der verfallenen römischen Vorgängerbefestigungen. So steckt in fast jedem Meter dieser Anlage echtes antikes Baumaterial, das damals zweitverwertet wurde. Mit ihren gewaltigen Rundtürmen und breiten Wehrgängen bot die Befestigung den Kölnern über Jahrhunderte hinweg zuverlässigen Schutz vor Belagerungen und Plünderungen.
Entlang dieses Wehrgangs patrouillierten einst die städtischen Stadtsoldaten und Bürgermilizen der Kölner Gaffeln. Bei feindlichen Angriffen wurden heißes Pech und schwere Steine von den Zinnen geschleudert, während die Bogenschützen durch schmale Schießscharten zielten. Die Kölner verteidigten ihre bürgerliche Unabhängigkeit gegenüber den machthungrigen Erzbischöfen mit unerbittlicher Härte und großem Stolz. Entlang des begrünten Grabens blühen im Frühjahr wilde Rosen und Fliederbüsche, die einen reizvollen Kontrast zu den schroffen Wehrmauern bilden.
Als die Kölner Ringmauer ab 1881 fast vollständig niedergelegt wurde, retteten geschichtsbewusste Bürger diesen Abschnitt am Gereonswall vor der Spitzhacke. Der vorgelagerte Stadtgraben wurde in eine idyllische Grünanlage verwandelt, in der heute alte Platanen rauschen und Anwohner die historische Stille abseits des Großstadtverkehrs genießen. Geschichtsliebhaber können hier die handwerkliche Präzision mittelalterlicher Steinmetze im Detail studieren und das mittelalterliche Köln nachempfinden. Dieser geschichtsträchtige Ort spiegelt die tiefe Verbundenheit der Kölner mit ihrer reichen architektonischen Tradition wider und lädt zum Verweilen ein.
Schlendern Sie nun am Mauerzug entlang nach Westen und biegen Sie in den modernen Mediapark ein, wo der futuristische Kölnturm glänzend in die Höhe ragt.