Basilika Sankt Ursula und Goldene Kammer
Why is it significant?
Treten Sie andächtig auf den kopfsteingepflasterten Ursulaplatz und richten Sie Ihren Blick auf die monumentale Basilika, die auf einem gewaltigen spätantiken Gräberfeld errichtet wurde.
Key Facts
| Place | Basilika Sankt Ursula und Goldene Kammer |
|---|---|
| Address | Ursulaplatz 24, 50668 Köln, Deutschland |
| Geo Coordinates | 50.94580, 6.95380 |
| Part of Walk | Altstadt, Kölner Dom, Rathaus und Rheinufer: Zweitausend Jahre zwischen Gotik, Römern und Kölsch |
| Generated | Generated |
Treten Sie andächtig auf den kopfsteingepflasterten Ursulaplatz und richten Sie Ihren Blick auf die monumentale Basilika, die auf einem gewaltigen spätantiken Gräberfeld errichtet wurde. Sankt Ursula zählt zu den zwölf großen romanischen Kirchen Kölns und birgt ein Mysterium, das Reisende und Gläubige seit dem hohen Mittelalter in ehrfürchtiges Erstaunen versetzt. Der wehrhafte Westturm und das gotische Hallenschiff spiegeln die tiefe Frömmigkeit der mächtigen rheinischen Kirchenmetropole wider. Die mächtigen Quadersteine tragen noch immer Spuren der römischen Vorgängerbauten, die hier einst das Stadtbild prägten.
Der Legende nach landete hier die britannische Königstochter Ursula mit ihren elftausend gottgeweihten Jungfrauen, nachdem sie auf der Rückreise von einer Pilgerfahrt nach Rom von heidnischen Hunnenkriegern belagert worden war. Als die Jungfrauen sich standhaft weigerten, ihrem christlichen Glauben abzuschwören, erlitten sie den Märtyrertod und wurden fortan als ewige Schutzpatroninnen der Stadt Köln verehrt. Ihr Gedenktag wird im städtischen Kalender seit Jahrhunderten feierlich begangen.
Betreten Sie im Inneren die atemberaubende Goldene Kammer, deren Wände vom Boden bis zur hohen Decke lückenlos mit menschlichen Gebeinen in kunstvollen geometrischen Mustern verkleidet sind. Kostbare Schädelreliquiare mit feinsten Silberkronen blicken aus barocken Wandnischen herab, während zehntausende Knochen zu Kreuzen, Monogrammen und zarten Ornamenten arrangiert wurden. Es ist das größte und eindrucksvollste zusammenhängende Reliquienmosaik des gesamten europäischen Kontinents.
Anthropologen und Historiker wiesen nach, dass es sich bei diesen Gebeinen um die sterblichen Überreste eines riesigen römischen Friedhofs handelt, der im zwölften Jahrhundert bei Bauarbeiten zufällig freigelegt wurde. Die Kölner deuteten die Funde damals sofort als die Gebeine der heiligen Märtyrerinnen, was einen beispiellosen Pilgerboom und florierenden Reliquienhandel in ganz Europa entfachte und gewaltige Reichtümer in die Stadtkassen spülte.
Verlassen Sie die ehrwürdige Basilika durch das Portal und spazieren Sie über die Ursulastraße zur Marzellenstraße, wo die prachtvolle Barockfassade von Sankt Maria Himmelfahrt vor Ihnen aufragt.