Severinstraße und Hirschgässchen
Why is it significant?
Atmen Sie die urkölsche Atmosphäre der Severinstraße ein, die von den Einheimischen liebevoll Vringsstrooß genannt wird. Diese Straße ist weit mehr als eine gewöhnliche Geschäftsmeile: Sie ist das schlagende Herz des Kölner Veedelsgefühls.
Key Facts
| Place | Severinstraße und Hirschgässchen |
|---|---|
| Address | Severinstraße 102, 50678 Köln, Deutschland |
| Geo Coordinates | 50.92600, 6.95850 |
| Part of Walk | Südstadt, Severinsviertel und Rheinauhafen: Kölsches Veedel, romanische Wurzeln und moderne Kranhäuser |
| Generated | Generated |
Atmen Sie die urkölsche Atmosphäre der Severinstraße ein, die von den Einheimischen liebevoll Vringsstrooß genannt wird. Diese Straße ist weit mehr als eine gewöhnliche Geschäftsmeile: Sie ist das schlagende Herz des Kölner Veedelsgefühls. Hier kennt der Bäcker seine Kunden noch beim Vornamen, im Traditionsbrauhaus Früh em Veedel zapft der Köbes ohne Bestellung frisches Kölsch und vor den Metzgereien diskutieren Nachbarn über den 1. FC Köln. Die rheinische Gemütlichkeit wird hier nicht zur Schau gestellt, sondern tagtäglich mit Selbstverständlichkeit gelebt.
Achten Sie auf die Hirsch-Apotheke und die schmale Einmündung des Hirschgässchens, an deren Fassaden kunstvolle Hauszeichen und schmiedeeiserne Ausleger von jahrhundertealtem Gewerbe zeugen. Die Severinstraße war stets die Straße der einfachen Arbeiter, Handwerker und Hafenarbeiter, die hier ihre eigene Kultur und ihren ganz eigenen unverfälschten Dialekt pflegten und an ihre Kinder weitergaben. Jeder Winkel erzählt eine kleine persönliche Anekdote aus dem Alltag.
Ein tragisches Kapitel erlebte die Straße am 3. März 2009, als das Historische Archiv der Stadt Köln beim Bau der Nord-Süd-Stadtbahn plötzlich in die Baugrube stürzte. Die Kölner Bürger zeigten in den Tagen nach der Katastrophe beispiellose Solidarität, halfen bei der Bergung unersetzlicher Urkunden und hielten das Viertel mit bewundernswertem Mut und rheinischem Zusammenhalt zusammen, was die Menschen noch enger zusammenschweißte.
Wer die echte kölsche Seele begreifen will, muss hier einkehren: Probieren Sie in einer der Traditionsmetzgereien einen halven Hahn oder Kölschen Kaviar, hinter denen sich keineswegs Geflügel oder Störrogen verbergen, sondern herzhafte Roggenbrötchen mit mittelaltem Gouda oder deftiger Flönz-Blutwurst, serviert mit Senf und Zwiebeln, was seit jeher die Leibspeise der Einheimischen darstellt. Die deftigen Spezialitäten werden nach traditionellen Familienrezepten zubereitet und schmecken am besten zu einem frisch gezapften obergärigen Kölsch.
Biegen Sie nun ostwärts in die Dreikönigenstraße ein, um zum Bürgerhaus Stollwerck und dem schattigen Trude-Herr-Park zu spazieren. Lassen Sie sich von dem bunten Treiben der Anwohner mitreißen, die hier auf den Straßenbänken das Veedelsleben genießen.