Bottmühle und Severinswall
Why is it significant?
Blicken Sie empor zu der wehrhaften Bottmühle, die auf einem erhöhten Erdwall über den Dächern des Severinswalls thront. Dieser runde Steinturm ist eine faszinierende Kombination aus mittelalterlicher Verteidigungsbastion und funktionstüchtiger Windmühle.
Key Facts
| Place | Bottmühle und Severinswall |
|---|---|
| Address | Severinswall 36, 50678 Köln, Deutschland |
| Geo Coordinates | 50.92300, 6.96350 |
| Part of Walk | Südstadt, Severinsviertel und Rheinauhafen: Kölsches Veedel, romanische Wurzeln und moderne Kranhäuser |
| Generated | Generated |
Blicken Sie empor zu der wehrhaften Bottmühle, die auf einem erhöhten Erdwall über den Dächern des Severinswalls thront. Dieser runde Steinturm ist eine faszinierende Kombination aus mittelalterlicher Verteidigungsbastion und funktionstüchtiger Windmühle. Sie wurde um das Jahr 1587 auf einer Geschützplattform der Kölner Stadtmauer errichtet, um die Getreideversorgung der Kölner Bürgerschaft selbst im Falle einer feindlichen Belagerung sicherzustellen und den Bürgern Brot zu garantieren. Das Mauerwerk aus festem Trachyt trotzte über die Jahrhunderte Wind und Wetter.
Der Name Bottmühle leitet sich vom altkölschen Wort Botte ab, was so viel wie Festungsplattform oder Schanze bedeutet. Da innerhalb der Stadtmauern oft Windstille herrschte, nutzten die Baumeister geschickt den aufgeworfenen Festungswall am Rande der Stadt, wo der kräftige Wind vom Rhein ungehindert die riesigen hölzernen Mühlenflügel antreiben konnte. So ließen sich täglich Zentner von frischem Roggen- und Weizenmehl mahlen.
Im neunzehnten Jahrhundert verlor die Mühle ihre militärische und wirtschaftliche Bedeutung und wandelte sich zu einem romantischen Treffpunkt Kölner Burschenschaften. Später diente der Turm als Jugendheim der Sozialistischen Jugend Die Falken, die sich mutig gegen den aufkommenden Nationalsozialismus stemmten und in den massiven Gewölben heimliche Treffen abhielten, um Widerstand zu organisieren und Flugblätter zu drucken.
Wenn Sie entlang des Severinswalls spazieren, sehen Sie noch die sanften Wölbungen der alten Bastionen im Geländeprofil. Bei der Umgestaltung der Kölner Festungsgürtel durch den Gartenbaudirektor Fritz Encke entstand hier ein zusammenhängender Grüngürtel, der das Viertel bis heute mit frischer Luft versorgt und zum Spazierengehen einlädt, während alte Buchen und Ahorne Schatten spenden. Spaziergänger schätzen die schattigen Alleen und die historischen Aussichtspunkte, von denen aus man das bunte Treiben der Südstadt überblicken kann.
Spazieren Sie nun den Severinswall südwärts hinab und biegen Sie in den weitläufigen Römerpark mit seinen alten Bäumen ein. Atmen Sie die frische Parkluft ein und lassen Sie die bewegte Verteidigungsgeschichte dieser alten Festungsmauern in aller Ruhe Revue passieren.