Das Englische Kloster : Die Zuflucht der verfolgten Ordensschwestern
Why is it significant?
Halten Sie an vor der schlichten, unauffälligen Pforte des Engels Klooster, des Klosters der Englischen Damen, an der Carmersstraat Nummer fünfundachtzig in Brügge.
Key Facts
| Place | Das Englische Kloster : Die Zuflucht der verfolgten Ordensschwestern |
|---|---|
| Address | Carmersstraat 85, 8000 Brugge, Belgium |
| Geo Coordinates | 51.21500, 3.23440 |
| Part of Walk | Brügge : Hanse-Kaufleute, Grachten und Windmühlen |
| Generated | Generated |
Halten Sie an vor der schlichten, unauffälligen Pforte des Engels Klooster, des Klosters der Englischen Damen, an der Carmersstraat Nummer fünfundachtzig in Brügge. Im Jahre sechzehnhundertneunundzwanzig von einer Gemeinschaft englischer Augustiner-Chorfrauen gegründet, die vor den religiösen Verfolgungen unter König Jakob dem Ersten aus England flohen, führt dieses Klausurkloster seit fast vierhundert Jahren ein ununterbrochenes Leben des Gebets und der Stille, geschützt durch strenge Ordensregeln und den Respekt der Brügger Bevölkerung, die die Schwestern auch in schweren Zeiten stets mit Lebensmitteln und Spenden tatkräftig unterstützte.
Im England des siebzehnten Jahrhunderts standen auf die Ausübung des katholischen Glaubens drakonische Strafen. Wohlhabende englische Adelsfamilien schickten ihre Töchter heimlich über den Ärmelkanal nach Brügge, wo die jungen Frauen hinter diesen dicken Backsteinmauern eine erstklassige Bildung in Sprachen, sakraler Musik und feiner Stickerei unter dem Schutz der spanischen Niederlande erhielten, fernab von den religiösen Wirren ihrer fernen britischen Heimat, und hier in der flämischen Kunstmetropole eine dauerhafte zweite Heimat fanden, in der sie ihren Glauben frei von Furcht und Bedrängnis leben durften.
Betreten Sie die Klosterkirche und blicken Sie hinauf in die elegante Kuppel, die zwischen siebzehnhundertsechsunddreißig und siebzehnhundertsiebenunddreißig von dem flämischen Meister Hendrik Pulinx errichtet wurde. Sie birgt einen prachtvollen Hochaltar aus sechzehn seltenen Marmorsorten aus Italien und Ägypten, finanziert von englischen Adelsgeschlechtern, die ihre Verbundenheit mit dem Brügger Frauenkloster generationenlang aufrechterhielten.
Dieses Kloster besitzt zudem einen herausragenden Rang in der flämischen Literaturgeschichte: Der größte Dichter Flanderns, der Priester Guido Gezelle, verbrachte hier seine letzten Lebensmonate als Seelsorger der englischen Schwestern, schrieb im stillen Klostergarten seine ergreifendsten Verse und entschlief am siebenundzwanzigsten November achtzehnhundertneunundneunzig friedlich in seiner Zelle, betrauert von der gesamten flämischen Kulturnation als ihr größter literarischer Schöpfer.
Wandern Sie die Carmersstraat hinab, biegen Sie rechts in die Blekersstraat ein und öffnen Sie die hölzerne Tür des historischen Café Vlissinghe.