Das Café Vlissinghe : Fünf Jahrhunderte flämische Wirtshaustradition

Why is it significant?

Treten Sie über die altehrwürdige Holzschwelle des Café Vlissinghe in der Blekersstraat Nummer zwei und reisen Sie über fünf Jahrhunderte in die Vergangenheit von Brügge. Bereits im Jahre fünfzehnhundertfünfzehn unter der Regentschaft des jungen Kaisers Karl V.

Key Facts

PlaceDas Café Vlissinghe : Fünf Jahrhunderte flämische Wirtshaustradition
AddressBlekersstraat 2, 8000 Brugge, Belgium
Geo Coordinates51.21320, 3.23250
Part of WalkBrügge : Hanse-Kaufleute, Grachten und Windmühlen
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Treten Sie über die altehrwürdige Holzschwelle des Café Vlissinghe in der Blekersstraat Nummer zwei und reisen Sie über fünf Jahrhunderte in die Vergangenheit von Brügge. Bereits im Jahre fünfzehnhundertfünfzehn unter der Regentschaft des jungen Kaisers Karl V. urkundlich in den städtischen Steuerregistern erwähnt, ist diese urige Schänke die nachweislich älteste durchgehend geöffnete Gaststätte der gesamten Stadt, in der sich Geschichte und gelebte Gemütlichkeit auf unvergleichliche Weise verbinden, geprägt von herzlicher Gastfreundschaft und dem Duft traditioneller flämischer Schmorgerichte.

Die Schänke entstand an der Straße der Leinenbleicher, wo Arbeiter die langen Rohleinengewebe auf den feuchten Wiesen am Kanal ausbreiteten, um sie durch Sonneneinstrahlung aufzuhellen. Durstige Bleicher, Flussschiffer und Mönche aus den benachbarten Klöstern trafen sich am warmen Ofen, um schwere braune Biere aus irdenen Krügen zu trinken und Neuigkeiten auszutauschen, während draußen auf den Grachten die Lastkähne geräuschlos vorüberglitten.

Eine berühmte Anekdote erzählt, dass der Malermeister Peter Paul Rubens hier einst einkehrte. Da er seine Zeche nicht bar bezahlen konnte, malte er mit verblüffender Naturtreue eine Fliege auf den Eichentisch, die der Wirt vergeblich mit einem Tuch zu verscheuchen suchte. Als der Wirt die meisterhafte Täuschung erkannte, erließ er dem Meister lachend die gesamte Rechnung, stolz darauf, das Werk des berühmtesten Malers der Niederlande an seinem Tisch zu wissen.

Bewundern Sie das intakte historische Interieur der Gaststube: die von Torfrauch geschwärzten Eichenbalken, den gusseisernen Ofen aus dem neunzehnten Jahrhundert und die vergilbten Fotografien der traditionsreichen Schützenbruderschaften. Im verträumten Garten spielen Einheimische an Festtagen bis heute Krulbol, das traditionelle flämische Kugelspiel, bei dem Jung und Alt bei einem kühlen Glas Brugse Zot friedlich zusammenkommen und bei deftigen Käsehäppchen und hausgemachtem Senf die alten Geschichten des Viertels aufleben lassen.

Gehen Sie die Blekersstraat zurück, überqueren Sie den Kanal und steigen Sie die Carmersstraat hinauf zum Torhaus der St.-Sebastian-Gilde.

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