Maybachufer: Der Markt am Landwehrkanal

Why is it significant?

Vor dir am Ufer des Landwehrkanals reihen sich an Markttagen Stände unter weißen und bunten Planen, so weit du sehen kannst. Berge von Tomaten, Paprika und Auberginen, Säcke voller Gewürze, Oliven in zwanzig Sorten, Fladenbrot, Stoffballen, und dazwischen Händler, die ihre Angebote singen.

Key Facts

PlaceMaybachufer: Der Markt am Landwehrkanal
AddressMaybachufer, 12047 Berlin, Germany
Geo Coordinates52.49530, 13.42150
Part of WalkKreuzberger Küche: Currywurst, Döner und Markthallen in Berlin
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Vor dir am Ufer des Landwehrkanals reihen sich an Markttagen Stände unter weißen und bunten Planen, so weit du sehen kannst. Berge von Tomaten, Paprika und Auberginen, Säcke voller Gewürze, Oliven in zwanzig Sorten, Fladenbrot, Stoffballen, und dazwischen Händler, die ihre Angebote singen.

Das ist der Wochenmarkt am Maybachufer, den alle nur Türkenmarkt nennen. Seit Jahrzehnten kaufen hier Familien aus Kreuzberg und Neukölln ein, und längst kommen Leute aus der ganzen Stadt. Probier Börek, frisch gefaltete Gözleme oder einen Sesamring, und warte, bis es auf das Marktende zugeht: Dann wollen die Händler ihre Kisten leer haben, und es wird laut und großzügig. Die Rufe auf Türkisch und Deutsch, mal im Wechsel, mal wild gemischt in einem Satz, sind der Soundtrack dieses Ufers.

Die Kulisse ist viel älter als der Markt. Der Landwehrkanal wurde zwischen 1845 und 1850 nach Plänen von Peter Joseph Lenné ausgebaut, als Wasserweg für Lastkähne. Auf ihm kamen Ziegel für die wachsende Stadt, Holz, Kohle und Waren aus dem Umland. Das Ufer heißt nach Albert von Maybach, einem preußischen Minister, der die Eisenbahnen verstaatlichte. Ein Eisenbahnminister als Pate für einen Kanal... Berlin hat Sinn für Ironie.

Du stehst hier übrigens schon in Neukölln, der Kanal ist die Grenze. Lange war er mehr als eine Bezirksgrenze, er trennte auch Welten: drüben das bekannte Kreuzberg, hier das Neukölln, über das die Zeitungen gern Schlechtes schrieben. Heute heißt die Gegend auf beiden Seiten halb im Scherz Kreuzkölln, und mit den Cafés und Bars kamen steigende Mieten. Die Frage, wem ein Kiez gehört, wird hier lauter gestellt als anderswo. Der Markt aber ist geblieben, und mit ihm ein Stück vom alten Kiez.

Kauf dir eine Tüte Pistazien oder ein Stück Börek für den Weg. Dann geh zurück über die Kottbusser Brücke und den Kottbusser Damm hinauf nach Norden. Vor dir taucht ein riesiger Betonbau auf, daneben rattert die Hochbahn: Willkommen am Kotti.

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